Bild zeigt einen schlechten Adventsktranz aus Brandschutzsicht. Dazu der Text Erinnert dich das an deinen Adventskranz? Dann sehen wir uns bald Brand Wohnung Keine Lust drauf?
Advent, Advent, die Bude brennt – mit diesen Tipps nicht!
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Beitragsbild "Tageswahnsinn"
An Tagen wie diesen oder Unverhofftes Glück mit einem Dämpfer vom Big Boss
10. Dezember 2018

Hasst du es auch manchmal, wenn du recht hast?

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Das Wochenjournal der 48. Kalenderwoche

Montag

Manchmal hasse ich es, wenn ich recht habe. Vor allem dann, wenn mich Meldungen erreichen, die mir zeigen, dass es vielleicht schlimmer um die Menschheit steht, als ich mir denke.

Der Auslöser heute sind die Mittagsnachrichten  von der Lokalzeitung, die ich per whatsapp erhalte.

Eine Famile, sechs Personen, grillte am Sonntag auf dem Balkon. Soweit nicht ungewöhnlich. Doch im Anschluss wollten sie mit der heißen Kohle die Wohnung heizen. Fünf Verletzte, zum Glück niemand lebensgefährlich.

Ich kenne die Hintergründe nicht, nur den Zeitungsartikel. Aber es ist genau diese Unkenntnis, die immer mehr zuninmmt.

Als Neandertaler (die Anthropologen mögen mir diese flapsige Vereinfachung verzeihen) lernten unsere Vorfahren schon vor tausend Jahren:

Am Abend das Feuer in der Höhle entzünden, bedeutet am Morgen eine tote Gruppe.

Schmerzhafte Erfahrungen, die unsere Vorfahren machten. So schmerzhaft, dass sie sich ins kollektive Gedächntis im wahrsten Sinne des Wortes eingebrannt hatten.

Der Mensch des 21. Jahrhundert, volldigitalisiert, vollversorgt und verantwortungsfrei, verliert zur Zeit dieses Gedächntis. Denn es geschah nicht zum ersten Mal und wird auch nicht zum letzten Mal geschehen sein. Leider.

Wieder ein Grund mehr 2019 die große Aufgabe anzugehen:

Wird Darwin gewinnen?

Dienstag

Textarbeiten und Designarbeiten. Manchmal suchst du stundenlang nach einem roten Faden. Und dann stolperst du darüber während du eigentlich nur entspannen willst. Dazu tolle Telefongespräche. Manchmal ist der Wahnsinn äußerst positiv. 🙂


Mittwoch

Wurdest du auch schon verdächtigt, obwohl du unschuldig warst? Kurz vor Mittag ergeht es mir so. Ein örtlicher Brandmeldealarm in einem meiner Objekte. Toll gemacht haben sie es dort. Nachgeschaut und evakuiert, alles planmäßig. Nur, dass sie mich verdächtigen, ich hätte eine unangekündigte Evakuierungsübung gemacht – das hat nicht gepasst. Zum Glück war es falscher Alarm, ausgelöst durch die seltsame Verkettung menschlicher Verhaltensweisen mit Schutzsystemen. Passiert halt. Kein Beinbruch und ein gutes Training.

Am Nachmittag geht es zu Sado-Linda. Nur nichts anmerken lassen. Durchhalten heißt die Devise und vor allem – nichts anmerken lassen. Ich merke mir nur, dass mein kleiner Finger unter diesen Bedingungen niemals mehr die Schraube, mit der die Metallplatte des Handgriffes des Crosstrainers befestigt sind, berühren darf. Das kitzelt doch ein bisschen mehr.

Ich weiß aber zumindest jetzt, wie ich Sado-Linda in jeder größeren Gruppe sofort finde: Ich füge meiner Nebenperson einfach nur Schmerz zu. Die Person, die auf den Schmerzensschrei hin freudig quietscht – das ist sie. 🙂



Donnerstag

Nur der übliche Wahnsinn, mit dem ich dich nicht belästigen will. Aber halt – eine Sache war dann doch.

Mein Lieblingsspruch lautet ja: „Der Person, mit der man knuddelt, pisst man nicht ans Bein.“ Richtig sauer werde ich jedoch, wenn andere der Person, mit der ich knuddel, ans Beim pissen will. Geben und nehmen funkzioniert a) nur in beide Richtungen und b) auch im anpissen.


Freitag

Textarbeit zu Advent – fast hätte ich es verpennt. 🙂 Du hoffentlich nicht! Und hoffentlich hast du auch diesen Artikel gelesen:

Advent, Advent, die Bude brennt – mit diesen Tipps nicht!

Die zweite Hälfte des Nachmittags beginne ich mit den leidigen Vorbereitungen für die Erfassung der Daten für die Jahresmeldungen zu den Mitgliederzahlen und Vorbereitungen für einen MTA-Lehrgang ab Januar. Den Übungsabend werden wir damit verbringen, die Sachen ins Reine zu schreiben.


Samstag

Am Samstag um 7.00 Uhr aufstehen, mache ich ja nur, wenn ich muss – oder wenn ich Depp selbst Termine auf diese Uhrzeit setze.

Den Vormittag verbringen wir – also mein Fach-KBM Funk, ein Fucksachbearbeiter  und ich als Kaffeekocher und Türsteher – mit den updates für die Funkgeräte meiner Feuerwehren. Die beste Ehefrau von allen bringt im Laufe des Vormittags etwas sehr wichtiges vorbei.

Seit nunmehr sechs Jahren oder so, sorgt sie dafür, dass der Vorweihnachtszeitgenuss auch bei Einsätzen nicht zu kurz kommt. Im Kofferraum des Kommandowagens befindet sich ab dem 1. Dezember die Plätzchendose. Bezeichnet als Einsatzkekse findet mein Funk-KBM endlich die passende Bezeichnung, die auch über Funk ohne Probleme angefordert werden können:

SEK – endlich verstehe auch ich diese Bezeichnung: Schnell-Einsatz-Kekse.

urz vorm Einschlafen am späten Abend auf dem Sofa das bekannte Piepen. Die Meldung gibt Grund zur Sorge. Zimmerbrand mit Person in Gefahr. Bei Eintreffen haben die hauptberuflichen Kräfte von Polizei und Rettungsdienst schon damit begonnen, das Mehrfamilienhaus zu evakuieren.  Ein Bewohner, so erfahre ich später, hält die Evakuierung für übertrieben und kassiert einen polizeilichen Platzverweis. Der Brand wäre nicht so schlimm. Vielen Dank für das Vertrauen in uns. Tatsächlich ist das Treppenhaus noch rauchfrei. Doch ob das auch 10 Minuten später noch so sein wird – das kann halt zu Beginn der Brandbekämpfung niemand garantieren. Kommt es zur Rauch- und Brandausweitung, dann wird es halt schwierig mit der gefahrlosen Evakuierung.

Körperliche Abwesenheit ist besser als Geistesgegenwart!

Tatsächlich kann der Angriffstrupp den Brand auf das Zimmer begrenzen und relativ schnell der Rückbau begonnen werden. Dass wir dann trotzdem zumindest teilweise erst eine bzw. zwei Stunden nach Einsatzende nach Hause konnten – dass hatte andere Gründe. Gründe, die ich nur zu gut aus eigener Erfahrung kenne und kurz unter shit happens 🙂 zusammenfasse.

Am Rande des Einsatzes ergab sich noch ein kleines Problem mit einem Unterflurhydranten. Ein Auto parkte fast darüber. Deshalb sind uns Oberflurhydranten ja lieber, da passiert das nicht. Oder so wie in anderen Ländern üblich: Absolutes Halteverbot über Hydranten durch entsprechende und gut sichtbare Kennzeichnung. Endlich ein nachweisbarer Grund, diesen Punkt anzugehen.

Ach ja. Die Person in Gefahr war die Bewohnerin der Brandwohnung, die jedoch glücklicherweise schon in der ersten Evakuierungswelle aus dem Gebäude gebracht  und mit Verdacht auf Rauchgasintox vom Rettungsdienst behandelt wurde.

Nachtrag: Ihr geht es gut! 🙂


Sonntag

Brunch zum Geburtstag und wir sind Gäste. Dankeschön 🙂

Den Spätnachmittag und Abend nutze ich für jemanden, der mir am Herzen liegt – mir selbst. 😉 Allerdings bleibt natürlich der Wahnsinn nicht aus – die (Vor-)Weihnachtszeit beginnt genüßlich mit der Arbeit an der Wärmedämmung meines Sixpacks. Und nein, ich verrate dir nicht, wie viele SEK und Lebkuchen ich vor dem Austrocknen retten konnte.


Wie normal war deine Woche? Freue mich auf deinen Kommentar.


… hey, ich danke dir herzlich fürs Lesen des Tageswahnsinns. Ich freue mich wahnsinning, wenn du hier unten die Buttons nutzt, um auch deine Freunde auf den Tageswahnsinn aufmerksam zu machen. Vielen Dank dafür. 😊

Markus Ungerer
Markus Ungerer ist Autor, Vortragsredner, Instructor und Feuerwehrler. Er hilft anderen, entspannt zu überleben, wenn es heiß wird. Noch lieber allerdings hilft er zu verhindern, dass es zu heiß abgeht in Wohnung, Büro und wo auch immer du dich aufhältst. Lass nix anbrennen! und verbinde dich mit ihm auf Twitter und Facebook.

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