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Hasst du es auch manchmal, wenn du recht hast?
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17. Dezember 2018

An Tagen wie diesen oder Unverhofftes Glück mit einem Dämpfer vom Big Boss

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Das Wochenjournal der 49. Kalenderwoche

Montag

Montage, die so beginnen. Berichte und so schreiben, ist ja normal nach so einem Wochenende. Aber die eine Anfrage hat mich dann doch a bisserl kurz ins Hirnschleudern gebracht.

Kurz zusammengefasst: Mehrere vermutlich gasbetriebene Heizpilze in einem geschlossenen Raum. Also Leute, falls ihr so eine Idee haben solltet oder am Ende bereits macht:

Öffnet alle Türen und Fenster, damit genug Frischluft da ist. Aber dann könnt ihr euch temperaturmäßig den Heizstrahler auch sparen. Ansonsten könnte es durchaus sein, dass ihr nicht mehr zu meinen geschätzten Leser*innen gehört. Du das wäre echt doof.

Ich fasse mal kurz zusammen:

Verbrennt Propangas entsteht neben Wasserdampf auch Kohlenstoffdioxid. Das Gas ist schwerer als Luft, wirkt erstickend (deshalb verwenden Feuerwehren es auch als Löschmittel. Schlau, nicht?). Das wird vor allem für die kleineren unter euch oder den Fußbodenschläfern schnell zum echten Problem.

Der Sauerstoffgehalt im Raum kann ziemlich abnehmen, denn neben den Menschen braucht halt auch die Verbrennung von dem Flüssiggas den Sauerstoff. Und ab 19 Vol% – 21 sind normal – tun sich halt auch alle die Menschen schwer, die nicht Reinhold Messner heißen und den Mount Everest ohne Sauerstoffgerät bestiegen haben.

Nimmt der Sauerstoffgehalt ab – oder liegt ein Defekt am Strahler vor – verbrennt das Flüssiggas zu Kohlenstoffmonoxid. Und das Zeugs ist zum Beispiel verantwortlich, wenn ihr wieder mal lest, dass es wegen eines Defektes an einer Gastherme in einer Wohnung zu Verletzten oder gar Toten gekommen ist. Kohlenstoffmonoxid ist leichter als Luft, brennbar und ab so ca. 200 ppm (parts per million) in der Luft bekommt ihr Hohlraumsausen. Ab ca. 400 ppm wird es Zeit übers Testament nachzudenken. Wenn ihr hört, dass nach einem Brand wieder mal jemand wegen Rauchgasintoxikation ins Krankenhaus eingeliefert wurde – Kohlenstoffmonoxid ist das Leitgas für die Entscheidung hierzu.

Und wo wir schon beim Defekt sind. Die Dinger werden ja doch immer wieder mal rumgeschleppt. Passiert zwar sehr selten und meist kommt es auch nur dann zu Defekten, wenn an Leitungen oder Armaturen herumgepfuscht wird, aber es ist nicht auszuschließen, dass Propangas austritt. Dieses Flüssiggas ist schwerer als Luft, fließt fast wie Wasser am Boden entlang, in jede Ritze und in den Untergrund oder Keller. Blöd dabei ist, dass es nur ca. 2 Vol% Propangas braucht, um ein explosionsfähiges Gemisch zu produzieren. Und dann reicht der Zündfunke der Heizung im Keller, das Betätigen eines Lichtschalters oder unter Umständen reicht schon der Funke der elektrostatischen Aufladung, wenn du wieder mal mit deinen Kunststoffhausschuhsohlen über den Teppichboden geschlurft bist, und es macht  BUMM.

Doof halt.

Hin und wieder bin selbst ich über die Folgen meiner großen Klappe erstaunt. Ich plane ja für 2019 so einiges. Alles in Vorbereitung und ich arbeite – wenn ich nicht gerade im Auftrag Ihrer Majestät unterwegs oder schlafen bin – mit Hochdruck daran. Dass aber jetzt schon die Anfragen einlaufen, wann es denn mein Buch zu „Wird Darwin siegen?“  gibt, das überrascht mich dann doch. Zwar in der grinsend-freudigen Art, aber es überrascht. 🙂

Am Abend noch eine der letzten Besprechungen im Kalenderjahr. An anderen Orten und mit anderen Leuten hätte ich es als Beleidigung aufgefasst. So aber lache ich darüber. Das traditionelle Abschlussessen ohne Kommentar oder wenigstens mit einer Larifari-Ausrede ablehnen und einfach nicht zum Buffett gehen. Da kann man gleich laut sagen, dass man von demjenigen, der es ausgibt, nichts annimmt. Vor allem, wenn das Essen keine Überraschung ist. Seit XXX Jahren gibt der Amtierende dieses „Dankeschön-für die Arbeit-im-ablaufenden-Jahr-Essen“ aus. Immer an der gleichen Veranstaltung. Naja. Ist halt so. Stil ist halt nicht jedermanns Sache.

Dienstag

Begehungen, Gespräche, es gilt wieder einmal Lösungen zu finden, um auf diplomatischen Weg dort einen Weg zu finden, wo ihn nur der Vernunftbegabte auch sieht.

Meine liebe Redaktion erinnert mich daran, dass gestern Abgabetermin gewesen wäre. Upps. Aber es klappt dann doch noch, dass ich die Arbeit mit nur 24 Stunden Verspätung abgebe. Glücklicherweise ein Werk, bei dem die Vorlaufzeit ab meiner termingerechten Abgabe noch bei sechs Monaten liegt.

Mitten in der selbstgestellten Frage „Jetzt zu Abend essen oder erst später“ wird mir die Beantwortung abgenommen. Ein Landeplatz für einen Hubschrauber muss gesucht und ausgeleuchtet werden. Knapp zwei Stunden später esse ich dann zu Abend.


Mittwoch

Einer der wirklich fast gut eingetakteten Alarme holt mich vom Mittagstisch – ich bin fast fertig mit dem Essen. Eine halbe Stunde später verschwindet auch der Rest der Kalorien in mir. Nur eine Brandmeldeanlage, die zwar gemacht hat, was sie soll, aber halt den Unterschied zwischen feinem Staub und Brandrauch nicht kennt.

Du weißt es ja mittlerweile – Mittwoch ist Sado-Linda-Tag. Auch wenn die Kalorien motzen. Heute war sie mir etwas zu kuschelig eingestellt. Irgendwie schon gesättigt. Mal schauen wie es nächstes Mal geht. Und vor allem – wer wird gewinnen im Kampf um die Wärmedämmung des Sixpacks? Plätzchen oder Linda?


Donnerstag

Unverhofft kommt oft – manchmal dreimal an einem Vormittag.

Da stehst du im Büro eines Kollegen, besprichst ein paar Dinge und plötzlich greift der Kollege mit einem sinngemäßen „bevor ich es vergesse“ in sein Regal und überreicht dir eine Tüte.

Nein. Kein Joint. Nikolaustag. In der Tüte ist ein Schokonikolaus der Variante Pfefferminz (woher weißt du das?) und noch zwei Kleinigkeiten. Ich bin echt gerührt vor Freude und befürchte mein Dank kann gar nicht ausdrücken, wie ich mich auch noch über den Satz „Ein kleines Zeichen meiner Wertschätzung“ freue.

Kurz darauf, ich bin gerade mal in meinem Büro, stürmt eine liebe Kollegin herein. Und wieder bin ich sprachlos – ein Nikolausi. Die zweite persönliche Aufmerksamkeit von Kollege bzw Kollegin, die ich beide sehr schätze und das mich riesig freut. Ungewohnt, aber deshalb umso schöner.

So aufgeladen mit Freude über diese kleinen Zeichen gehe ich in das Büro eines anderen Kollegen, um eine fachliche Sache zwecks der Durchführung abzustimmen.

Yooo – Big Boss Humor ist ja bekanntermaßen etwas strange. Er holt mich auf den Boden der Realität zurück: „Nicht alle Menschen, mit denen du zu tun hast, Markus, teilen deine Einstellung zu den Grundwerten Respekt und  Höflichkeit.“

Wir sind zu dritt in besagtem Büro. Kollege H., eine Kollegin, und meinereiner. Ich spreche gerade, da wird von außen die Tür aufgerissen. Eine Mitarbeiterin stürmt herein. Sie fällt mir ohne Ansatz ins Wort, begrüßt weder die Kollegin noch mich: „Hallo H., bla-bla-bla.“

Ich bin – was selten passiert – sprachlos. Um nicht selbst unhöflich und respektlos zu reagieren, drehe ich mich um und blicke, bis die Dame wieder verschwunden ist, aus dem Fenster.

Die Dame ist vermutlich der Meinung, ich hätte eine rangniedrigere Stellung, was erstens nicht stimmt und zweitens würde ich mich gegenüber niemanden so verhalten. Wenn es wirklich eilig ist (und selten ist es so eilig im Büroleben, dass es um Menschenleben geht), kann man immer noch sagen: „Entschuldigung. Guten Morgen, darf ich kurz stören.“

Rangspiele sind was für schwächliche Verlierer. Mit solchen Aktionen verliert man nur meinen Respekt. Egal, ob ranghöher oder nicht.

Nun, es wird der Tag kommen, da wird die Dame wieder einmal einen Raum betreten, in dem ich bin. Ich hoffe, ich bin dann gut gelaunt. Denn dann werde ich vielleicht den Raum mit diesen Worten verlassen: „Upps, gerade sind Höflichkeit und Respekt aus dem Raum geflohen. Ich schau mal, ob ich die beiden einfangen und zurück bringen kann.“ Es ist ja nicht das erste Mal, dass dieses Verhalten zu Tage tritt.

Vielleicht denke ich mir das auch nur und lächle freundlich.


Wie normal war deine Woche? Freue mich auf deinen Kommentar.


… hey, ich danke dir herzlich fürs Lesen des Tageswahnsinns. Ich freue mich wahnsinning, wenn du hier unten die Buttons nutzt, um auch deine Freunde auf den Tageswahnsinn aufmerksam zu machen. Vielen Dank dafür. 😊

Markus Ungerer
Markus Ungerer
Markus Ungerer ist Autor, Vortragsredner, Instructor und Feuerwehrler. Er hilft anderen, entspannt zu überleben, wenn es heiß wird. Noch lieber allerdings hilft er zu verhindern, dass es zu heiß abgeht in Wohnung, Büro und wo auch immer du dich aufhältst. Lass nix anbrennen! und verbinde dich mit ihm auf Twitter und Facebook.

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