Ist dein Mundwerk auch zu schnell – manchmal?

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Ist dein Mundwerk auch zu schnell – manchmal?

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Das Wochenjournal der 47. Kalenderwoche

Montag

Zwei Wochen nicht in Büro #3 und das E-Mail-Postfach ist voll. Da hilft nur die rigorose Methode:

  • Bullshit – löschen
  • nicht meine Baustelle: ratzfatz antworten und weiterleiten
  • meine Baustelle, erledigt in 2 Minuten: Sofort abarbeiten
  • meine Baustelle, die Bearbeitung dauert jedoch: eins nach dem anderen

Mit dieser Methode bekomme ich die Sache schnell in den Griff. Zwar schaffe ich nicht alle Mails, aber zumindest den größten Teil.

Am Nachmittag einen Schreibauftrag bearbeiten und eine Vortragsbeschreibung für Kunden verfassen. Erstaunlicherweise nur ein Anruf. Aber wie so oft ging es bei dem Anruf nur mal wieder um „du kennst doch den, ruf ihn mal an, ob…“ Zuständigkeit geprüft und dementsprechend den Anruf schnell abgearbeitet. Leute, mal ehrlich, ich mach nicht eure Arbeit, kenne nicht eure Vorgaben und Anlagen, etc. Warum verwechseln allerweil so viele das Wort „unterstützen“ mit „ich mach es für dich“? Wenn ich etwas für jemanden mache, was eigentlich dessen Job ist, dann will ich auch deren Gehalt/Honorar/Einnahmen. Oder wie siehst du das?

Den Übungsabend verbringe ich im Büro #2, das ich ebenfalls zwei Wochen nicht wirklich gesehen habe. Einsatzberichte abarbeiten und Daten sammeln für die Jahresversammlung im kommenden Jahr. Solche Versammlungen sind, wenn du nicht aufpasst, wie Weihnachten – und plötzlich ist es da, ganz unerwartet. Insbesondere die staatlichen Ehrungen müssen frühzeitig geordert werden. Wer sich 25 oder 40 Jahre lang für seine Gemeinde engagiert hat, der verdient es auch, dass dies gewürdigt wird.

Dienstag

Kurz vor Mittag eine Alarmierung. Manchmal kannst halt einfach nichts machen. Ist so.

Nachmittag, nach etwas Textarbeit eine Nachbesprechung zu einem Einsatz, die zu einer Vorbesprechung der positiven Art wurde. Festlegung von Maßnahmenschritten. Wenn alle Beteiligten dran bleiben, wird da was Tolles draus.

Mein Mundwerk ist manchmal schneller als mein vernunftbegabter Hirnteil. Das Gute: Wenn alle am Tisch daraufhin in Lachen ausbrechen. Nur meine Schwester verzieht ganz kurz leicht das Gesicht. Ich vermute, es sollte ein Lächeln werden. Es ist halt nun mal so: Sitzen Schwester und Bruder an einem Tisch – dann kann es dem kleinen Bruder halt passieren, dass ihm ein frecher Kommentar rausrutscht. Das hat mit unseren leicht die Anzahl 15 überschreitenden Lebensjahren nichts zu tun. Sorry, Schwesterlein. Hast einmal gut bei mir. 🙂

Terminplanung am Abend in der Gruppe. Es bleibt schwierig, alles unterzubringen. 


Mittwoch

Es gibt Tage, die fangen schon seltsam an. Den Anfang machte die Katze, die heute morgen irgendwie durch den Wind ist. Ob es unser Hauself war, der sie erschreckt hat oder was anderes, werden wir wohl nie erfahren.

Es geht relativ gepflegt und ruhig zu, bis so der eine oder andere Wahnsinn im Büro Nr. 3 losbricht. Ich sag nur so viel – meine Aktivitäten hinsichtlich „wer barrierefrei baut, muss auch an barrierefreie Rettungswege denken“ erfordert noch vieeeeeeeel Arbeit. Auf geht’s! Das dazu noch das eine oder andere Kopfschütteln und Bang Head here erfolgte – wobei zumindest in einem Punkt ich nicht der alleinige Banger bin.

Am Nachmittag dann die Maso-Stunde. Würde ich dieses Phänomen nicht kennen, würde ich mich wundern wie ausdauernd Frauen es genießen, Männer zu quälen. Ich bin nur erstaunt über die erstaunliche Konditionierung meinerseits. Signal kommt – Markus bewegt sich. Signal ist weg – Markus verfällt in Ruhestarre. Gutes Training für die zukünftigen Planungen. Man will ja nicht unnötig Energie verschwenden.



Donnerstag

Kaum erfährt man etwas und spricht darüber, ändert es sich. Es gibt mehr Menschen mit gesundem Menschenverstand, als man denkt – die wissen oft nur nicht, was los ist. Deshalb ist es so wichtig, über manche Dinge zu reden. Im Kämmerchen zu motzen ist halt der einfachere Weg – nur ändert der nichts. Andererseits:


Sonntag

Ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll.

Du findest meine Ware  für überteuert. Du brauchst sie jedoch. Immer wieder. Jetzt willst du mir einen Denkzettel verpassen. Du kaufst einfach am Montag nicht. Und all deine Freunde schließen sich dir an. Null Einnahmen für mich am Montag.

Da du jedoch ohne die Ware ziemlich was einfallen lassen müsstest. Zum Beispiel müsstest ihr alle einen Tag Urlaub opfern und eure Chefs müssten den Laden dichtmachen oder so – hast du die geniale Idee.

Ihr kauft alle schon am Sonntag bei mir die Ware, die ihr am Montag braucht.

Wow. Ich bin beeindruckt. Ich rechne mal kurz zusammen. Moment. Ich habe es gleich. Jetzt.

Der Unterschied zwischen den Gesamteinnahmen Sonntag und Montag vor deiner Idee und nach deiner Idee beträgt – also mein Verlust, der mich maßregeln soll – er beträgt – genau – Null Euro.

Und jetzt wunderst du dich, dass meine Ware am Dienstag noch genau so viel kostet. Mal schauen, vielleicht mache ich sie ja teurer. Schließlich hast du mich ja geschädigt nach deiner eigenen Aussage. Sonst müsste ich vielleicht noch Arbeitnehmer entlassen.


Wie normal war deine Woche? Freue mich auf deinen Kommentar.


… hey, ich danke dir herzlich fürs Lesen des Tageswahnsinns. Ich freue mich wahnsinning, wenn du hier unten die Buttons nutzt, um auch deine Freunde auf den Tageswahnsinn aufmerksam zu machen. Vielen Dank dafür. 😊

Markus Ungerer
Markus Ungerer ist Autor, Vortragsredner, Instructor und Feuerwehrler. Er hilft anderen, entspannt zu überleben, wenn es heiß wird. Noch lieber allerdings hilft er zu verhindern, dass es zu heiß abgeht in Wohnung, Büro und wo auch immer du dich aufhältst. Lass nix anbrennen! und verbinde dich mit ihm auf Twitter und Facebook.

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