Kannst du immer durchschlafen und läuft bei dir immer alles fair ab?

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Kannst du immer durchschlafen und läuft bei dir immer alles fair ab?

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Das Wochenjournal der 43. Kalenderwoche

Montag

Das ist nicht fair. In einem anderen Gebäude ist das Netzwerk ausgefallen und die Kolleginnen und Kollegen können kaum arbeiten, weil in unserer modernen Welt kannst du ja nicht einmal telefonieren im Büro, wenn das Netzwerk ausfällt. Warum das nicht fair ist? Bei mir im Büro funktionierte alles.

Und weiter geht es mit unfair. BMA. Schule. Du weißt, das kann alles sein oder nix. Diesmal war es was zwischendrin. Das Bäckereipersonal (ich nenne es jetzt mal so) wollte den Schülerinnen und Schülern mal was Neues anbieten, glaube ich. Frisch gemachte Waffeln.

Hast du ein Waffeleisen zu Hause? Ja. Dann weißt du, welcher Geist dem Waffeleisen entweicht, wenn du das heiße Waffeleisen öffnest.

Das ganze unter einem Rauchmelder – da fängt der zu schimpfen an und bei uns mit den roten Autos und den hübschen blauen Blicklichtern piept es.

Gut. Schnell geklärt. Anlage zurückschalten.

Du fragst dich, was an der Sache unfair ist?

A) Die Uhrzeit. 10.30 Uhr, da neige ich manchmal dazu, zu knurren. So aus der Mitte heraus. Aus der inneren Mitte, von gaaaanz tief unten, und

B) Auf die Frage, ob sie für uns ein paar Waffeln machen würden, erhielt ich ein mehr oder weniger deutliches „Nein“. Blöd. Irgendwie. Ich hätte ja gezahlt. Wo wir doch eh schon da waren.

Nun gut. Zurück in die Schreibstube nach schreiben des Einsatzberichtes  und solchen Kram. So schaffe ich es wenigstens noch zu einer einigermaßen angenehmen Uhrzeit einen anderen Schreibauftrag fertig zu stellen.

Früh Feierabend ist trotzdem nicht. Noch keine einhundert Jahre alt und mein NAS zickt herum. Also die Hälfte der NAS, eine der Festplatten meldet einen Fehler. 


Dienstag

Manchmal sorge ich selbst für den täglichen Wahnsinn. Ich schreibe das nicht gerne, aber a bisserl Fairness will ich dann doch bieten

Die Uhrzeit: unchristliche 06.21 Uhr. Die Alarmierung: Tragehilfe. Alles soweit normal, wie es halt bei einem medizinischen Notfall sein kann. Ich stehe im Raum. Das rettungsdienstliche Personal arbeitet und ich denke mir – was ist das für Musik? Leise. Lauter werdend. Von hinter mir, doch da steht kein Radio oder Fernseher oder so.

Ein Blick auf meine Uhr. Oh holy shit.

Es ist 06.30 Uhr. Das ist meine Weckzeit!

Schlagartig wird mir bewusst, dass die Musik in meiner Hosentasche tobt. Ich hab nur eine Chance. Ich muss das Handy herausziehen und den Wecker stoppen. Als notorischer Verschläfer – es gibt da eine Geschichte aus meiner Jugend, ich bastelte mir selbst eine „Da-wachst-du-auf-alle-Fälle-auf-Falle“, die natürlich … aber das ist eine andere Geschichte. Auf jeden Fall, käme der Wecker immer und immer wieder. Es geht echt nicht anders. Ich muss das Handy aus der Hosentasche holen. Die Musik wird dadurch lauter.

So schnell wie möglich klicke ich auf den „Beenden“-Button.

Du meinst, das sei doch nicht ganz so schlimm?

Nun – mein Weckton ist ein Song von AC/DC.

Genau.

Der.

Hinterher habe ich mir gedacht, dass „Stairway to heaven“ von Led Zeppelin wohl auch nicht besser gewesen wäre.

Der Tag danach verläuft relativ ruhig mit Besprechung und Ortstermin in Nähe der Mittagspause. Doch davor steht noch der Antritt in der Redaktion der Mitarbeiterzeitschrift. Ich denke, ich habe mich ganz tapfer geschlagen bei einem unfairen Verhältnis male:female von 1:3. Mal schauen, ob ich die Schreibaufträge so hinbekomme, wie sie den Leserinnen und Lesern entweder riesig Spaß machen oder fürchterlich auf den Nerv links unten gehen. Hauptsache, es kommt kein „nett“ dabei raus.

Am Nachmittag noch eine BMA Alarmierung zu einem Objekt, bei dem wir schon seit Menschengedenken nicht mehr waren. Leute, Leute, Leute. Manchmal könnte ich. Okay. Die Fremd-Arbeiter, die den Alarm verursacht haben, können nichts dazu – abgesehen davon, dass sie vor dem zerschneiden von Steinen in einem Keller mal einen Blick an die Decke hätte werfen können. Dem Rauchmelder dort gefiel das mit dem Staub nicht und er bekam einen Hustenanfall. Ich fast einen Wutanfall. Es ist kompliziert. Die einfache Variante: Niemand da, der sich mit dieser verf…ten Anlage auskennt und der, der dann jemanden erreichte, der jemanden erreichte, der sich vielleicht auskennen könnte. Ja der konnte auch nur sagen, dass es dauert. Bin mal gespannt wie das weitergeht.


Mittwoch

Unfall mit Pkw auf der Autobahn. Person noch drin. Abfahrt mit Blaulicht und Sondersignal. Soweit alles ganz normal.

Die Fahrt wieder mal voll spannend. Fahrsicherheitstraining lohnt sich.

Bundesstraße außerorts. Drei Fahrzeug vor mir. Pkw zwei und drei ziehen leicht nach rechts. Gut so. Links eine Abbiegespur. Kann ich schön nutzen zum Überholen.

Könnte.

Fahrzeug Nr. 1, also das vorderste Fahrzeug der drei, setzt Blinker links, um abzubiegen. Bremst auf der Abbiegespur. Fahrzeug zwei hat aber ebenfalls schon gebremst, um mich vorbei zu lassen.

Wie auch immer. anbremsen, anpeilen, abschätzen. Durch. Lücke passt.

Enstpannte Weiterfahrt. Kurz vor Auffahrt auf die Autobahn kommt die nächste Meldung:

Die Person sei (vermutlich – genaues weiß man immer erst, wenn man dort ist) bereits aus dem Pkw raus. Weiterfahrt auf die Autobahn.

Die nächste Meldung:  „Fahrzeug beginnt zu qualmen“.

Unangenehm. Rein in die Rettungsgasse, die einigermaßen passt. Einigermaßen, nichts Großartiges.

Ankommen und erstmal „Sch..e“ sagen: Der Pkw steht im Vollbrand.

An der Seite der Rettungsdienst. Die Kollegen arbeiten an einer am Boden liegenden Person.

Ein Ersthelfer sagt mir auf die Frage, ob alle Personen aus dem Pkw raus seien, dass dem vermutlich so wäre. Aber da wäre noch ein Kindersitz gewesen.

Kurzes Luft holen. Erstangriff der eintreffenden Mannschaft. Kurze Sichtkontrolle. Vermutlich kein Kind im Fahrzeug.

Ablöschen durch die Mannschaft und mit der Ausrüstung des Löschfahrzeuges. Gott sei Dank war kein Kind, kein weiterer Mensch im Fahrzeug.

Wir hätten keine Chance gehabt. Auch für den Fahrer wäre es unmöglich gewesen zu überleben oder ihn zu retten, wenn nicht die Ersthelfer gewesen wären.

Mit denen kann ich später ein paar Worte wechseln. Aufgewühlt und die Frage, ob sie alles richtig gemacht hätten. Ihn raus holen, mit Feuerlöscher versucht, das Feuer soweit einzudämmen, damit das klappte. Ihn wegziehen vom brennenden Fahrzeug, einen anderen Pkw als Barriere dazwischen stellen.

Meine Antwort: „Ja! Super! Vielen Dank. Ihr habt alles sowas von richtig gemacht. Ohne euch wäre der Fahrer jetzt tot.“ Diese Menschen braucht das Land! Und Verunfallte dieses Glück und das Glück, nicht eingeklemmt zu sein.

Hier ein Artikel dazu mit Bildern:

Rettung in letzter Sekunde bei Unfall mit Pkw-Brand




Donnerstag

Der Tag beginnt mit einem Termin um 07.30 Uhr. Da der Ortstermin nur ein paar Meter entfernt liegt, kann ich gleich dort meinen Arbeitstag starten.

Danach im Büro noch eine Unterweisung reinschieben und das übliche Chaos. Es zeichnet sich recht bald ab, dass ich nicht pünktlich um 12 Uhr fertig werde. Aber das kennen ja viele.

Da schleppst du analogen Melder, Test-Digitalmelder und dein Handy mit dir rum. Lachst dir jedes Mal einen Ast, wenn so ein Schlaumeier im Radio rumtönt, dass man sich frei machen und nicht immer erreichbar sein muss. Ähh, ja klar. Bei einem Feuerwehrwesen, dass auf Ehrenamtliche aufbaut. „Hier Notruf. Tut mir leid, wir können leider keine Feuerwehr schicken. Die Mädels und Jungs haben sich heute alle mal frei genommen und sind nicht erreichbar. Sie wissen ja, wie wichtig das heutzutage ist, dass man nicht immer erreichbar ist.“

Falls Du so einen Satz hören möchtest, wenn dir gerade die Bude unterm Hintern wegfackelt – dann sag einfach Bescheid.

Das Rathausbüro verlasse ich um kurz nach 12.30 Uhr (endlich). Im Treppenhaus ein Anruf. Ob ich im Dienst wäre? Das Feuer ist aus, aber eine Nachkontrolle wäre nicht schlecht. Ob ich noch die Wärmebildkamera doch mal raus bringen könnte?

Meine Antwort besteht aus einem altfränkischen kurzen Fragewort: „Hä?“

Tja. Ca. 20 Minuten vorher war zu einem Küchenbrand im Nachbarort alarmiert worden. Mein Bereich. Doch auf keiner der drei digitalen und analogen Wege hatte ich davon mitbekommen. Bin halt noch raus gefahren und hab mir das Malheur angesehen, die Wärmebildkamera zur Kontrolle verwendet und wurde noch zu ein paar praktischen Abläufen gefragt.

Endlich mit hängendem Magen zu Hause am Tisch. Knurrige Tage scheinbar. Ein paar Happen kann ich essen, dann pfeifen die Melder als ob sie mir beweisen wollten, dass sie können, wenn sie wollen.

Wohnungsöffnung.

Auf der Route liegt eine Ampelkreutzung mit mehreren Spuren. Ich muss rechts weg. Wieder drei Fahrzeuge vor mir. Die Spur ist breit genug für zwei PKW, wenn alle ganz rechts stehen. Nr. 2 und Nr. 3 machen das auch. Dann stehe ich links neben Nr. 1.

TatüüTataa. Blink Blink. Der gute Herr von Nr. 1 hält das Lenkrad mit beiden Händen und schaut gerade aus. Ja. Die Ampel ist rot. Er müsste auch nur a bisserl nach vorne und nach rechts ziehen, dann hätte ich a bisserl mehr Platz. Aber klar. So ein größerer SUV der bayerischen Automarke ist nicht so einfach an die Seite zu fahren. Hauptsache große Karre.

Dann passiert es doch. Sein Kopf bewegt sich in einer langsamen Drehung nach links. Heureka! Er schaut mich an. Ich zeige ihm mit beiden Händen an, etwas nach rechts zu fahren.

Wow. Dieser Blick. Ausdruckslos. Emotionslos. Entweder schon tot ohne es zu wissen oder alle Schaltkreise im Oberstüble auf Kurzschluss. Ich tippe auf Kurzschluss.

Keine Chance, hier noch in diesem Jahrhundert etwas zu erreichen. Naja, es könnte reichen. Ich taste mich an seinem Wagen und der Bordsteinkante der Ampelinsel vorbei. Es reicht gerade so.

Das stelle ich übrigens immer öfter fest: Da kaufen sich die Leute große SUVs und andere große Fahrzeuge als wollten sie in Skandinavien Elche jagen  und dann haben sie keine Ahnung, wie viel seitlichen Abstand sie halten. Entweder ranschen sie im zehn Zentimeter Abstand an Radfahrern vorbei oder sie haben noch einen dreiviertel Meter Platz zum Gehsteig, trauen sich aber nicht, weiter nach rechts zu fahren.

So ein kleiner Tipp am Rande: In der Fahrschule kann man lernen, wohin zu schauen ist, um zu erkennen, dass man rechts dran ist. Das klappt bei jedem Pkw. Ach? Keine Ahnung mehr, wie das geht? Die Fahrschule des Vertrauens nimmt gerne Anmeldungen entgegen.

Einsatzstelle an. Die Pfelgerin, die sich ausgesperrt hatte, ist schwer zu verstehen. Wir versuchen es, auf mehreren Sprachen. Irgendwann kommt aus ihrem Mund „Italiano“. Woher sie käme? Bologna. Okay. Für mich hat das alles bisher zwar nicht nach Italiono geklungen. Aber na denn. Es gibt viele Dialekte. Ich verstehe ja auch keine Hamburger. Kein Problem. Italienische Bekannte anrufen.

Hey, kannst du mir helfen? Ich spiele Fräulein vom Amt. Polizist rechts von mir stellt Fragen. Ich halte mein Handy in die Mitte unseres Arbeitskreises. Bekannte übersetzt ins Italienische. Pflegerin antwortet.

Buhh. denke ich mir. Wenn eine Italienerin kein Italienisch versteht, was ist das für ein Dialekt?

Irgendwie klären wir dann doch alles auf. Achja. Die zu Pflegende ist wohlauf. In die Wohnung können wir zerstörungsfrei einsteigen.

Schließlich stellt sich heraus, dass die Pflegerin eigentlich Polin ist. Deshalb  auch meine Bekannte: „Sie spricht ein sehr schlechtes italienisch.“

Hätte ich das gleich erfahren, hätte ich eine andere Bekannte angerufen. Internationale Bekannte zu haben kann von Vorteil sein – wenn man rausbekommt, welche Sprache gebraucht wird.

Entspannte Rückfahrt für 3,8 Minuten. Ein Entschuldigung an Fahrerin oder Fahrer im Pkw vor mir in der Schlange vor der Ampel. Ich weiß, das kommt immer so gemein, wenn das Fahrzeug hinter einem plötzlich Blaulicht und Horn anschaltet. Aber irgendwie geht das nicht mit dem langsam vorwarnen.

Verkehrsunfall. Frontalunfall. Staatstraße. Die Anfahrt ist relativ problemlos. A bisserl zickzack. A bisserl einem Trekker mit gewaltigem Vorbau ausweichen. A bisserl anbremsen, einkurven, Lastwechsel und Spur finden. Also entspanntes Fahren. Vor allem für die Polizei hinter mir. Es ist immer schön, einen Aufräumer vor sich zu haben, der auch noch die Spur vorgibt, auf der es sich gut fahren lässt. 😉

Einer der Fahrer der Unfallfahrzeuge sitzt noch im Wagen. Tür geht nicht auf. Technisch relativ einfach. Übergabe an Rettungsdienst. Dann ist unser Part erledigt.

Schnell nach hause. Eine halbe Stunde später gehts zum Probetraining. Von dort zurück, bleiben auch nur 30 Minuten, dann ist der nächste Termin angesagt.

22.00 Uhr oder so. Hallo Couch.

Etwas später schließe ich die Augen mit der Bitte, durchschlafen zu können. Ich kenne das eigentlich so gut wie gar nicht. Es ist immer irgendetwas. Entweder wegen Gibbs Regel Nr. 3 „Sei niemals unerreichbar“ –

oder weil irgendetwas ist, was nicht sein müsste, zum Beispiel, dass du vom Alarmierungssystem mitten in der Nacht geweckt wirst – von einer leeren Alarmierungsnachricht ohne Alarmierung.


Freitag

Hey, es gibt Menschen, die sind glücklich in der Routine, glücklich darin, in wiederkehrenden Strukturen zu arbeiten. Finde ich toll, denn vieles geht halt nur mal in der ständig wiederkehrenden Ausführung.

Für mich ist das die Hölle auf Erden. Routine langweilt mich. Ich kann ja keinesfallst zwei Wochen am Strand herumliegen.  Einen Tag mal, ja, aber dann brauch ich was. Am liebsten meine Arbeit. 🙂

Trotzdem ist es mal schön, dem Wecker ein „nö“ zuzuwerfen. A bisserl später aufstehen und es reicht immer noch. Der Weg vom Eingang bis zum Büro im 4. OG ist jetzt nicht soooo weit. Heute brauche ich dazu fast eine Stunde. Wenn Tage so beginnen. Aber es geht alles gut und ich kann pünktlich um 12 raus aus dem Laden.

Nach dem Essen sitze ich in der Schreibstube und mache das Zweitliebste: schreiben. Das Erstliebste: reden zeichnet sich glücklicherweise wieder ab. Die Agentur hat nicht nur die Planung im Griff. Das neue Buchungssystem ist super. Es gleicht sich mit meinem Buchungskalender ab und du kannst sofort sehen, ob ich am Wunschtermin noch zu haben bin.

Schaut selbst:             Wird Darwin siegen?

Am Abend eine Funkschulung mit konstruktiver Diskussion zur Entwicklung von Vorgehensweisen. Ein guter Abend. Wir kommen weiter, wir entwickeln uns weiter. Es wird in einigen Bereichen nicht leicht werden, das Richtige zu tun, weil es das Richtige ist. Denn eins ist dabei immer klar: Es wird Menschen geben, die sehen das anders. Aber die Erfahrung lehrt, dass es nur zwei Möglichkeiten gibt:

Die, die es anders sehen, nehmen das Angebot, dann mach du es doch, gar nicht erst an.

Oder sie wollen es machen und wenn sie es tun, dann machen sie es keinen Deut anders. Du änderst dich, wenn du die Verantwortung etwas trägst. Etwas kritisieren ist leicht, etwas, was du kritisierst, besser machen, ist vielfach schwerer.


Samstag

Guten Morgen. Aufstehen vor dem Wecker. Nein. Kein Einsatz, kein Fehler in der Matrix. Zeit nutzen. Einen Text entwerfen, dabei einen Podcast hören und Kaffee trinken.

Um 10 Uhr erinnert mich zum Glück mein Terminplaner daran, dass ich versprochen habe, einer größeren Übung als Beobachter beizuwohnen. Läuft alles gut. Die paar Kleinigkeiten bespreche ich mit den beteiligten Kommandanten sofort und freue mich auf die Brotzeit. Die guten Seiten dieses Lebens auf dem Sprung 😉 Dankeschön 🙂

Nach tanken des Dienstwagens schaffe ich es sogar, eine freie Waschhalle vorzufinden und das rot wieder unter dem Staub hervorzuzaubern. Wasser ist schon ne tolle Sache. Ich bin ja keiner von denen, die ihr Fahrzeug mehr pflegen als ihre Frau, aber ab und an sehe sogar ich es ein.

Zurück in der Schreibstube mache ich mich frisch ans Werk und entwerfe den Audiotrailer für „Überleben 4.0 – Wird Darwin siegen?“

Vor Publikum stehen ist die eine Sache – alleine vor dem Mikro eine ganz andere. Mal schauen, wie die Kritiken sind. Wenn sie nicht ganz so übel ausfallen, füge ich am Sonntag hier die Audiodatei ein.

https://www.expert-marketplace.de/redner/details/markus-ungerer-1654/

Irgendwann am Abend mache ich dann doch Feierabend. Um müde zu werden schaue ich mir einen History-Beitrag an. Nun. Er war alles andere als langweilig. Fast erschrocken schalte ich den Bildschirm aus, da ist es schon Sonntag und versuche es mit schlafen. Ich werde ja eine Stunde mehr an Schlaf bekomme, egal, wann ich aufstehen werde.

Sonntag

Dachte ich. Und wieder lacht sich Big Boss ins Fäustchen. 03.23 Uhr – neue Zeit – werde ich fast-sanft aus den mir unbekannten Träumen gerissen. Die Erstmeldung klingt nicht so wild. Schaut mal nach, die haben da Rauch gerochen. Der Ort? Eine Klinik.

Angekommen, rieche ich auch außerhalb den Rauch. Na gut, da musst also a bisserl umschauen lassen. Irgendwo muss das ja herkommen.

Etwas weniger beruhigend: die Schwester berichtet, dass es im Krankenhaus auch nach Rauch riecht.

Etwas beruhigend: Die Brandmeldeanlage der Klinik schweigt noch vor sich hin.

Etwas weniger beruhigend: Eine weitere Schwester sucht meine Nähe – allerdings nur, um mir mitzuteilen, dass es jetzt auch auf ihrer Station nach Rauch riecht.

Da stehste dann und überlegst dir, was du machen sollst, die Kameradinnen und Kameraden haben außen auch noch nichts festgestellt. Innen auch nicht, jedoch ist die Klinik teilweise Baustelle.

Getreu meinem F.I.R.E. Gedanken (siehe hier) entschied ich. Ein kurzer Funkspruch für mich – eine lange Nacht für viele Menschen.

Aufbauen der ersten Funkkordination, aufteilen in zwei Abschnitte mit Vorbereitung auf weitere Abschnitte, abgeben meiner Funkgeräte an die Unterstützungsgruppe und Erstkoordination mit den Leiter des Rettungsdienstes, dem Klinkarzt und den Notärzten.

Glücklicherweise waren alle Meldungen aus der Klinik bis auf den Geruch weiterhin negativ. Die Meldeanlage immer noch ruhig, was aber bei einer Teilbaustelle nicht unbedingt viel aussagt. Aussen herum alles ruhig.

Und dann der Hammer.

Einer meiner Leute kommt und sagt, dass bei ihm ein Anwohner war und fragte, ob sie ein Feuer suchen würden?

Er hätte da eins. Bei seinem Nachbarn. Da brenne es schon länger im Garten.

Da stehst du da und klotzt wie Garfield, dem man die Lasagne wegnimmt.

Es stellt sich heraus – am Abend gegrillt, die Asche in die Büsche. Ein gutes Feuer braucht seine Zeit.

Wind, Druckverhältnisse und die Lüftungsanlage der Klinik hatten für den Rest gesorgt. Wahrscheinlich würde es dort heute noch brennen, wenn der Rauch nicht in die Klinik hinein gezogen wäre.

Was die Audiodatei übrigens angeht – sie kommt nicht. Noch nicht. Sie gefällt noch nicht.



Wie normal war deine Woche? Freue mich auf deinen Kommentar.


Hol dir die 10 Chancen zum Überleben 4.0


… hey, ich danke dir herzlich fürs Lesen des Tageswahnsinns. Ich freue mich wahnsinning, wenn du hier unten die Buttons nutzt, um auch deine Freunde auf den Tageswahnsinn aufmerksam zu machen. Vielen Dank dafür. 😊

Markus Ungerer
Markus Ungerer ist Autor, Vortragsredner, Instructor und Feuerwehrler. Er hilft anderen, entspannt zu überleben, wenn es heiß wird. Noch lieber allerdings hilft er zu verhindern, dass es zu heiß abgeht in Wohnung, Büro und wo auch immer du dich aufhältst. Lass nix anbrennen! und verbinde dich mit ihm auf Twitter und Facebook.

1 Kommentar

  1. Der Sonntagsbericht – Oberknaller!