Das Richtige tun, weil es richtig ist. Machen unsere Politiker, oder?

Lange nicht gesehen
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Das Richtige tun, weil es richtig ist. Machen unsere Politiker, oder?

Das Wochenjournal der 38. Kalenderwoche

Montag

Der erste Tag nach mehr als zwei Wochen Abwesenheit im Büro 3 ist wie erwartet. Abarbeiten Liegengebliebenes. Allerdings bleibt vieles weiterhin liegen, da gleich zwei Außentermine auf dem Programm stehen. So langsam tut sich was. Es sieht fast danach aus, als würde die 1000 Tage Regel auch hier stimmen. Wenn es so weiter geht, dann könnte das System, wie ich es mir vorstelle tatsächlich Ende 2019 funktionsfähig installiert sein. Und damit wäre ja alles top.

Den Abend verbringen wir bei einem Webinar. Keine verlorene Zeit, nicht allzuviel Neues, eher eine Auffrischung von bekannten Inhalten. So far, so good.


Dienstag

Mei, mei, mei. Da willst du eigentlich einen Schreibnachmittag einlegen, da wedelt dir der Amtsbote einen Bescheid, besser gesagt, die Kopie davon, ins Haus. Ein Bauvorhaben in der Nachbarschaft, zu dem wir nicht gefragt wurden bzw. zu dem keine Nachbarschaftsunterschriften vorliegen.

Nachdem wir uns das Ganze näher betrachtet haben, wissen wir warum wir nicht gefragt wurden: Die Anzeigetafel wird wunderbar unsere Zimmer ausleuchten. Ähh… nein! Schau mer mal.

Ich bin eh momentan in einer erstaunlich sachlichen Rebellenrolle, gehe für Sachthemen gerne auch ungewöhnliche Wege, habe einen sehr langen Atem und genug taktische Fähigkeiten, um Ziele auch über Umwege zu erreichen. Keine Angst vor Prügel und gerne auch mal ein Scharmützel verlieren, um das Gesamtziel zu erreichen.

Vor allem dann, wenn aus Ministerien Ideen und Antworten kommen, die sich im Kreis drehen, keine Lösung sind und bei genauer Betrachtung als das Gegenteil von dem Herausstellen, was sie sonst predigen.


Mittwoch

Also manchmal da fragst du dich echt. Die Bitte um einen Rückruf und ich falle aus allen Wolken. Hatte ich mich am Montag noch gefreut, so gibt es heute einen Dämpfer. Da sollen Absprachen umgangen werden, was letztlich auf die Glaubwürdigkeit gehen wird. Derjenige, der sie umgehen soll, ist weisungsgebunden. Herr, mein Dank gebührt dir für die Weisungsfreiheit. Sollte man sie mir nehmen, bin ich weg. Ich will nicht das Falsche tun müssen, nur weil es mir angewiesen wird. So viel Geld zum Verbiegen kannst du mir gar nicht bieten. Mit der Weisungsfreiheit verbunden ist aber wieder einmal die Herausforderung, ohne Rücksicht auf mögliche persönliche Nachteile, das Richtige zu tun (einfacher wäre eine Leck mich am A**** Haltung. Aber von einfach war ja nie die Rede. Weder meine Aufgaben noch ich selbst. Aber Gott wird schon einen Grund für diesen Spaß gehabt haben.) Übrigens ist die Aufgabe „das Richtige tun“ einer meiner Punkte in einer bestimmten Art von Vorträgen vor Einsatzkräften. Was von Ihnen erwartet wird: „Das Richtige zu tun, weil alles richtig ist.“ Die Erklärung, die ich beisteuern muss, sorgt nach erstem zustimmenden Nicken immer öfter für große Augen: „.. auch wenn es für dich persönlich mit Nachteilen verbunden ist.“

Und bevor hier ein falscher Verdacht aufkommt: Schaffe ich es immer? Nein, ich bin auch nur ein Mensch und habe zumindest einen leichten Überlebenswillen. Aber ich versuche es.

Kein Wunder, dass die Hilfsorganisationen in unserer Zeit Nachwuchssorgen haben – wer nimmt schon freiwillig Nachteile in Kauf? Selbst ein geschasster Behördenleiter wird ja noch belohnt mit Gehaltserhöhung. Warum sollte da der einfache Bürger noch für lau und Nachteile seine Zeit, seine Gesundheit und noch vieles mehr für die Gesellschaft opfern? Mehr als schwachsinnige Lippenbekenntnisse der Politiker gibt es ja doch nicht und selber was riskieren, um das Richtige zu tun, das macht keiner der von uns Gewählten mehr. Stolpern nach oben oder kennst du einen Politiker ab der mittleren Etage, der sich wirklich seinen Hintern für seine Wähler aufreißt? Der den Gedanken zeigt, der da lautet: „Ich bin angetreten für das Wohl der Menschen und eher werde ich Bettler als dass ich den Eid verbiege?“

Ich habe keinen gesehen. Sollte es ein Exemplar geben, bitte ich um sachdienliche Hinweise. Ich gehe aber weder auf Friedhöfe noch in zoologische Gärten oder Wanderausstellungen. Welcher Politiker hat den Mut, mich auf einen Rotwein einzuladen? Allerdings gebe ich das Wann,Wo und Wie an und ich garantiere, die Politikerin oder der Politiker wird dabei Nachteile haben, wird dabei und danach zeigen müssen, dass ihr/ihm das Wohl der Menschen wichtiger ist als die eigenen Vorteile. Zu viele Politiker/innen haben schon das Gegenteil gezeigt als dass wir noch auf Lippenbekenntnisse vertrauen könnten.

Die Gesamtaufgabe wird lauten: einfach, sicher, handeln!

Wobei ich mir ziemlich sicher sind, dass die Wenigsten auf Anhieb verstehen, was diese drei Worte bedeuten. Und keine Hoffnung – das wird keine schwachsinnige „Drei-Sekunden-Held“ Aufgabe. Langer Atem ist schon notwendig.



Donnerstag

Der Vormittag, den ich eigentlich für das Schreiben von Fachartikeln nutzen wollte – nun, er ging drauf für Recherchen und Schreiben eines Briefes sowie vorbereiten einer Unterschriftenliste. Wenn ein Konzern für den Bau einer Anlage sich nicht einmal die Unterschriften der Anwohner für den Genehmigungsantrag holt und die Anwohner auch nicht über sein Vorhaben informiert, dann riecht das ziemlich stark nach

„Wir schaffen vollendete Tatsachen, die Anrainer können ja später klagen. Das dauert Jahre, der Ausgang ist ungewiss und mal schauen, ob die das finanziell durchstehen“.

Alleine schon deshalb wird gekämpft. Faire Nachbarn informieren vorher und sprechen sich ab. Wer Böses im Schilde führt, der schafft Fakten, die hinterher kaum noch zu ändern sind. Mal ganz abgesehen davon, dass der ganze Straßenzug einfallen würde, wenn die Produkte, die bei diesem Konzern die vergangenen zwanzig Jahre gekauft wurden, entfernt werden. Da sind einige viele zehntausende von Euro gewandert und zum Dank zieht einen der Laden über den Tisch. So zumindest der Eindruck.


Freitag

Ein erfolgreicher Tag. Vormittags zeigt sich ein Erfolg in einer Sache für viele ab. Der „Gegner“ signalisiert Gesprächsbereitschaft. Ein erster guter Schritt. Schaun wir mal, ob er zu seinen Zusagen steht. Dann kann die Sache doch noch gut für alle Beteiligten ausgehen.

Am Nachmittag Umzug. Zurück nach Bayern für K1. Da K1 den Umzug supergut vorbereitet hat, teilen sich die sechs Stunden gleichmäßig auf: 2 für die Autobahn, 2 fürs Laden, 2 für die Autobahn.

Zu Hause bleiben wir nicht lange, da wir eh schon spät für die Geburtstagsfeier sind. Dankenswerterweise bekommen wir noch Wraps :-). Gerade habe ich meinen zweiten inne und bin nicht mehr aggressiv-hungrig, klingelt das Mobiltelefon. Ein Alarm ist an mir vorbeigegangen wegen einer systembedingten Sache. Nachdem ich erfahre, um was es geht, bewege ich meinen Luxuskörper. Nach ein paar Minuten komme ich im Nachbarort wohl gerade noch rechtzeitig an, um eine Frustrations-Eskalation zu verhindern. Manchmal fällt es Menschen schwer eine Sachlage auch sachlich abzuarbeiten. Das Richtige tun, weil es richtig ist, heißt auch, persönliches herauszunehmen. In der Sache hole ich mir dann einen Fachmann, denn es wäre unsinnig, von sich selbst zu glauben, man wüsste in jedem Gewerk voll Bescheid. Der Fachmann bestätigt meinen Verdacht und wir holen uns meine Truppe zur technischen Unterstützung und beseitigen die Gefährdung. Es wird Mitternacht bis ich meinem Kopfkissen Hallo sage.


Samstag

Nachdem der Rest der Nacht ruhig ist, kann ich bis zum Klingeln – nein, nicht des Weckers, sondern irgendeines der Küchengeräte – schlafen. Du weißt ja, wie ich das Ausschlafen genieße. Nach dem Frühstück informiere ich meine Nachbarn über den Teilerfolg, dann helfe ich beim Ausladen des Umzugsanhängers. Meine Mädels haben damit bereits begonnen, während ich hausieren war.

Später ein Treffen mit einem Kollegen, nur kurz, und der Schreibtisch ruft laut und deutlich. Schließlich gilt es Aufträge für 2019 einzubuchen. Ich sage dir, WOW! Das ein Teil des Folgejahres im Oktober schon belegt ist, ist normal. Aber dass ich durch Vorbuchungen im September schon fast komplett ausgebucht bin für das Folgejahr – das überrascht selbst mich.

Achja. Ein besonderes Teil ist per Post eingetroffen. Wird eine tolle Sache, für und mit der ich die nächsten Wochen proben werde. Lass dich überraschen! Solltest du einen meiner Vorträge besuchen, wirst du es erleben. 🙂

Eine runde Geburtstagsfeier mit Hugo. Es erwischt uns und die Gattin bittet mich, den aktiven Part zu übernehmen. Scheinbar mache ich es nicht schlecht. Das Geburtstagskind (alle unter 50 haben das Recht, sich Geburtstagskind nennen zu dürfen – aus meiner Perspektive 😉 ) erschreckt sich nicht nur bei meiner laut-herzlichen Begrüßung des alten Freundes Hugos, der ihr leider visuell verborgen bleibt, sie erklärt mich auch für verrückt und zweifelt an meinem Verstand. Sicherheitshalber jedoch begrüßt sie Hugo freundlich. Man weiß ja nie bei so Irren. Mission accomplished.


Sonntag

Yeah. Die Nacht war ruhig. Gehässige Menschen könnten jetzt behaupten, dass es daran liegen könnte, dass ein gewisser Disponent dienstfrei hat. Könnten. Würde ich jedoch nie machen.

Die ersten Versuche mit der neuen Vortragsunterstützung laufen vielversprechend. Mit etwas Glück überlebe ich auch die Probephase, danach sollte es klappen. Viele Tage für Proben bleiben nicht. Umso intensiver werde ich testen müssen. Allerdings las ich – was für ein männliches Wesen nicht selbstverständlich ist – den Beipackzettel und werde mich wohlweislich an die empfohlenen Wartezeiten zwischen den Tests halten. Safety First! Dann macht es auch Spaß. 🙂

Ich hätte mich wohl nicht so über die ruhige Nacht freuen sollen. Der Nachmittag beginnt mit einer Nachschau im Nachbarort. Eine glimpfliche Sache, praktisch kein Schaden.

Am frühen Abend ist dann vorbei mit der Ruhe. Fabienne stürmt ohne anzuklopfen in den Landkreis und die Stadt. In unserem Tal der Glückseligen haben wir noch Glück. Zwischen 18.00 Uhr 21.30 Uhr nur 13 Einsätze, vier weitere in meinem Bereich, von denen ich Wind bekam. Die reale Zahl liegt wohl bei 15 +x, wie mir freundliche Leser des Blogs mitteilten. (Nachtrag)

Einen anderen Teil des Landkreises erwischt es deutlich schwerer, aber die liegen auch nicht mehr im Tal der Glückseligen. Ein Kirchturm ohne Dach und am Boden liegende Strommasten sind die zweifelhaften Höhepunkte des Besuchs durch das Sturmtief. Die Wassermengen, die die Dame lieferte waren auch nicht sparsam. Unser Gartenteich, der über fast ein halbes Jahr nur Verluste erlitten hat, ist fast wieder bis zum Rand voll.

Unwetter

Sturmtief Fabienne wütete In Bayern!Laut ersten Meldungen soll es am frühen Abend ein Todesopfer gegeben haben. Eine Frau soll bei Ebrach von einem Baum erschlagen worden sein.

Gepostet von 17:30 SAT.1 Bayern am Sonntag, 23. September 2018


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… hey, ich danke dir herzlich fürs Lesen des Tageswahnsinns. Ich freue mich wahnsinning, wenn du hier unten die Buttons nutzt, um auch deine Freunde auf den Tageswahnsinn aufmerksam zu machen. Vielen Dank dafür. 😊

Markus Ungerer
Markus Ungerer ist Autor, Vortragsredner, Instructor und Feuerwehrler. Er hilft anderen, entspannt zu überleben, wenn es heiß wird. Noch lieber allerdings hilft er zu verhindern, dass es zu heiß abgeht in Wohnung, Büro und wo auch immer du dich aufhältst. Lass nix anbrennen! und verbinde dich mit ihm auf Twitter und Facebook.

1 Kommentar

  1. 🙂 siehste, das kommt davon, wenn nix gemeldet wird. Ich schreib ja nur von denen, von denen ich als M wusste. Kann aber gerne ausbessern, wenn ihr wollt 😉 … hab den Artikel schon ergänzt.