Carpe Diem! oder piept’s bei Dir?

Der Tageswahnsinn – von Unauffindbaren, seltsamen Wohnmobilfahrern und einer Kippe, die um Aufmerksamkeit heischt.
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Carpe Diem! oder piept’s bei Dir?

Der Tageswahnsinn in der 35. Kalenderwoche

Montag

Wow. Monatelange Vorbereitungen führen zu einer fantastischen E-Mail. 2019 beginnt früher als gehofft. Lass dich überraschen! 🙂

Deshalb für dich die e-card „Bei dir piept’s“:

Ablaufschema "Rauchwarnmelder piept"

Downloaden als jpg-Datei kannst du sie hier:  Bei dir piept’s – e-card und Postkarte


Dienstag

Koffer packen nach einem normalen Vormittag. Wir lernen es immer besser. Mit Handgepäck reist man leichter. Hast du auch die Erfahrung gemacht, dass du immer zu viel einpackst? Ja? Dann schau das nächste Mal, wenn du von einer Reise zurück bist, was du alles NICHT gebraucht hast. Vom einchecken bis zum Verlassen des Flughafens nach der Landung – alles geht schneller und fühlt sich nicht nur leicht an.


Mittwoch

Los geht’s am Nachmittag. Wir werden morgen früh von München aus starten. In der glücklichen Situation zu sein, in Flughafennähe Freunde zu haben, die immer ein Bett, ein Weißbier und eine Brotzeit haben – unbezahlbar. Nach einer gemütlichen Fahrt runter zur Landeshauptstadt und einem entspannten Abend legen wir uns zeitig flach. Der Wecker wird früh klingeln. Der Flieger startet kurz nach sechs Uhr morgens. Online einchecken – wir haben ja kein Gepäck aufzugeben – und die Bordkarten sind da. Bei dieser Airline problemlos.



Donnerstag

8.00 Uhr morgens. Flughafen Fuiciomo. Die Frisur sitzt. Binnen weniger Minuten sind wir raus, das Handgepäck rollt easy hinter uns her.  Kurze Suche, dann finden wir die Bushaltestelle, die uns in die ewige Stadt bringen soll. Der Bus steht schon da, fährt sowieso alle dreißig Minuten. 10,80 Euro für zwei Personen. Ein Taxi würde auch ne gute Stunde brauchen, aber mehr kosten. Wir geben das Geld lieber für guten Wein, Negroni und Essen aus. 😉

Zielhaltestelle. Okay. Jetzt erwischt uns die Unkenntnis des Ortsfremden. Wir wissen, wo wir hin gehen müssen, um unsere Koffer zwischenzulagern und später unseren Wohnungsschlüssel abholen werden, da wir erst um 15 Uhr einchecken können in die kleine Wohnung mitten in Rom. Der Weg dorthin dauert, wie wir zwei Tage später feststellen werden, nicht einmal eine viertel Stunde – wenn man die Abkürzungen durch die Gassen nimmt. So jedoch sind wir fast eine Stunde unterwegs, können dadurch jedoch schon tolle Eindrücke gewinnen.

Koffer abgeben. Und los geht es. Wir entscheiden uns, bis zum Nachmittag die näheste Sehenswürdigkeit zu besuchen: Castello del’Angelo – die Engelsburg.

Fast pünktlich um 15 Uhr holen wir Koffer und Wohnungsschlüssel ab. Sowas von problemlos. Sehr erfreulich. Der Weg zur Wohnung nur fünf Minuten, jedoch – du ahnst es – wir brauchen etwas länger.

Dann stehen wir vor der Haustür. Die Wohnung liegt mitten in einem Restaurant- und Barviertel. Thumbs up. Wir gehen rein und stehen tatsächlich in einem Mehrfamilienhaus, steigen die Stufen in den ersten Stock hoch. Die Wohnung ein Traum. Für zwei Leute ideal, wenn zwei auf dem Schlafsofa nächtigen, dann reicht es auch für vier. In der Küche Kaffekocher, Geschirr und ein Gasherd. Die Angetraute strahlt, liebt sie doch Gasherde. Leider wird sie diesen nie benutzen, denn Urlaub ist nicht dazu da, dass sie auch noch in der Küche steht. Vor allem dann nicht, wenn man nur zu zweit ist und nur vier Tage bleibt.

Jetzt steht einkaufen auf dem Plan: Croissants mit Marmelade bzw. Schokolade und Kaffee fürs Frühstück, Wasser für, na zum Trinken halt.

Ui, immer noch gemütlich Zeit zum herumstrolchen und das Pantheon liegt gleich um die Ecke. Also nix wie hin.

Zwischendurch erreicht uns ein Bild von zu Hause. Wie sollte es anders sein – Party ist dort angesagt. Solange bei Rückkehr alles auf Normal-Null steht, ist die Welt ja in Ordnung. 😉 (P.S. und das war es auch, so wie immer)

Am Abend strolchen wir durch die Gegend, nehmen in einer Bar einen Aperitivo (zu teuer, wir werden Besseres finden) und essen in der Straße zu Abend. Ausklingen lassen wir den Tag in einer Bar zwei Gehminuten von unserer Wohnung entfernt.

Da das Schlafzimmerfenster in eine Nebengasse blicken lässt, ist es sehr ruhig, obwohl auf der Straße noch Betrieb ist.

Blick von Engelsburg in Richtung Vatikan

Freitag

Der Vorteil einer Wohnung mitten in der Stadt: Du kannst es gemütlich angehen lassen. Keine Sehenswürdigkeit ist zu weit für einen Fußweg entfernt. Gemütlich ausschlafen, frühstücken und auf den Weg zum Palatino machen. Wir erkunden die Gegend rundherum, schauen uns die reste des Apollotempels an. Den kulturellen Teil beenden wir nach Besuch des Collosseums.

Auf dem Rückweg entdeckt die Gattin auf einem Plakat das Zauberwort: „Apericina“ – Natürlich an einem Restaurant keine zehn Minuten von der Wohnung entfernt. Wir sind schon ein paar Mal dort vorbei gelaufen.

Wer es kennt, weiß was es ist – allen anderen kann ich es nur empfehlen. Das Personal in diesem Restaurant – Origano Campo di‘ Fiori – ist nicht nur super freundlich, sondern man merkt ihnen an, dass ihnen der Job Spaß macht.

Stefy und Stefano ergänzen sich hervorragend, stellen wir fest, nachdem wir die beiden eine Weile beobachten. Wir werden noch erfahren, dass Stefy gerade ihr Psychologiestudium beendet hat. Das erklärt auch, warum schnell klar ist, wer von den beiden das Sagen hat. Stefy tanzt gerne an der Straße herum und spricht in typisch italienischer Manier Vorbeiziehende an – solange es Männer sind. Tauchen Frauen auf bzw. ist die Mehrzahl der Personen in einer Gruppe Frauen, hören wir sofort den Ruf: „Stefano!“ Der Herbeizitierte weiß, was er zu tun hat. Die Strategie geht erstaunlich oft auf. Dabei machen die beiden dies auf eine so herzliche Art und Weise, da kann man nicht böse sein wegen des Marketingtricks. Und zudem, wo sonst bekommt man in Rom einen Drink, all you can eat buffet und eine tolle Straßenshow für 9 Euro? Das Essen ist lecker und wir kommen mit den beiden ins Gespräch.


Samstag

Wir schlendern durch Rom und nehmen am Nachmittag den Vatican ins Visier. Mit professioneller deutschsprachiger Führung. Klar, nicht billig, aber es hat sich gelohnt. Würde ich wieder machen. Mit ein paar kleinen Änderungen. Am Abend nach noch vielen Wegen durch Rom landen wir wieder bei Stefy und Stefano. Es wir ein lustiger Abend, wir bleiben länger als geplant, verlinken uns auf FB und können wieder mal was dafür tun, den deutschen Touristenruf etwas zu verbessern.

Wir sitzen nämlich zufällig an einem Vierertisch. Ein Pärchen an einem Zweitisch verlässt den Platz der Gastlichkeit und eine fünfköpfige Familie erscheint. Stefy schaut etwas ratlos herum.

Ach ja, kurz vorher lässt Stefano erst die Gattin (die es ohne sich umzudrehen von ihrem Platz aus sehen kann) und dann mich schallend lachen. Ein Paar, zwei Tische weiter, hat sich Sekt bestellt. Stefano öffnet die Flasche am Tisch und das Missgeschick passiert: Der Korken knallt. Stefano kann ihn noch fangen. Aber ihr wisst ja, mit Korken ist es wie mit Babys – zurück geht nicht mehr. Stefano schafft es, sich von den Gästen abzuwenden, bevor diese geduscht werden, dafür bekommt er die volle Ladung ins Gesicht und in die Augen. Trotzdem kriegt er es hin, cool zu bleiben und die Gäste zu bedienen. Er verschwindet im Lokal und wir amüsieren uns alle drei köstlich. Zum Glück können nur wir ihn sehen. Ich bin mir nicht so sicher, ob der Humorlevel bei einigen der anderen Gäste ebenso gelagert ist wie der unsere.

Doch zurück zu der fünfköpfigen Familie. Die Gattin sieht es früher und reagiert sofort. Wir bieten natürlich unseren Tisch an, packen unsere sieben Sachen und gehen an den freigewordenen Zweiertisch. Die italiensiche Familie freut sich, Stefy freut sich, uns bricht es keinen ab und ausserdem bekommen wir einen Limocello spendiert. Dankeschön, Stefy.

Trotzdem machen wir uns irgendwann auf den Weg und beenden den Abend bei Rotwein und Negroni auf der Straße an der Bar vor unserer Haustür.


Sonntag

Der Wecker steht auf 8 Uhr. Der Flug geht erst nach 14.00 Uhr. Wir haben nur Handgepäck. Eine Stunde Fahrt mit dem Bus zum Flughafen, das heißt, wir haben bis 12 Uhr Zeit. Das mit dem Bus haben wir in der funktionsweise und der Laufzeit zur Haltestelle schon klar gemacht.

Wir warten allerdings noch auf die elektronischen Bordkarten. Da der Rückflug nicht mit meiner favorisierten Fluggesellschaft geht, erscheinen sie nicht in meiner App, sondern sollten eigentlich per E-Mail zugestellt werden. Also nach dem ersten Schluck Kaffe die Mails checken.

Kurz nach sieben Uhr war die Mail tatsächlich gekommen – und zu uns kommt nun die Panik: Wir müssen am Flughafen einchecken. Den Rückflug über die Billigfluggesellschaft war wohl doch keine gute Idee.

Planänderung. Anstelle den Vormittag noch im Viertel zu verbringen, machen wir uns gleich auf den Weg. Wer weiß, was noch alles passiert?

Eine Stunde Bus fahren, dann am Flughafen, Airline suchen. Ich weiß nicht mehr warum, aber die Gattin checkt nochmal die E-Mail. Der Moment der dicken Halsschlagader. Während unserer Busfahrt war eine zweite Mail gekommen.

Genau – mit den Bordkarten.

Leute kann die Zeit am Flughafen lang werden. Draußen vor dem Flughafen Rom ist ja nichts, also sind wir durch die Sicherheitskontrolle und haben uns dann drinnen herumgetrieben. Die Zeit kann lang werden, aber mit gucken, (zu teuer) shoppen, (zu teuer) essen und einem jungen Mann zuhören, der sich die Zeit mit dem Spiel auf dem Piano vetreibt, geht es dann doch.

Wir landen früher als geplant in München, werden wieder abgeholt, bekommen noch ein lecker Abendessen und fahren gemütlich zurück nach Hause. Montag stehe ich ja schon wieder im Lehrsaal.


Wenn du jetzt auch Lust auf Rom bekommen hast und in dreieinhalb Tagen so ca. vierzig Kilometer durch diese schöne Stadt schlendern willst, dir aber denkst: „Na, eine Stadtwohnung in Rom. Was das wohl kostet?“, dann kann ich dich beruhigen. 55 qm in bester Lage schlugen mit etwa 80 Euro pro Nacht zu Buche. Organisert wird das von „Rome as you feel„, gebucht haben wir booking.com.

Und wenn du Stefy und Stefano besuchen willst – ich garantiere jedoch nicht, dass die beiden immer noch dort die Gäste von der Straße ziehen – dann besuche das Origano Campo di‘ Fiori. Übrigens bieten sie auch vegane und vegetarische Gerichte an. Nur mit dem Negroni klappt es nicht so – der war an beiden Besuchen nicht herstellbar, da der Wermut aus war. (Stefano, Stefy – wenn ich das nächste Mal komme, hoffe ich, ihr habt die Bar aufgefüllt! 😉 )

Zu guter Letzt: Wenn du dich wunderst, dass ich keine Bilder von den Sehenswürdigkeiten Roms hier zeige –  davon gibt es im Netz mehr als genug. Die Bilder in diesem Text zeigen euch immer den Blick weg von den Sehenswürdigkeiten mit Blick auf Rom. Das sieht man möglicherweise seltener.


Wie normal war deine Woche? Freue mich auf deinen Kommentar.


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… hey, ich danke dir herzlich fürs Lesen des Tageswahnsinns. Ich freue mich wahnsinning, wenn du hier unten die Buttons nutzt, um auch deine Freunde auf den Tageswahnsinn aufmerksam zu machen. Vielen Dank dafür. 😊

Markus Ungerer
Markus Ungerer ist Autor, Vortragsredner, Instructor und Feuerwehrler. Er hilft anderen, entspannt zu überleben, wenn es heiß wird. Noch lieber allerdings hilft er zu verhindern, dass es zu heiß abgeht in Wohnung, Büro und wo auch immer du dich aufhältst. Lass nix anbrennen! und verbinde dich mit ihm auf Twitter und Facebook.

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