BR-Radltour, Dachstuhlbrand und ein dicker Hals haben eine Gemeinsamkeit

Frau am Strand sitzend auf einer Decke in kurzer Hose hat das Buch "Berliner Kompott" aus der Krimiserie mit BM Fogos auf dem Schoß liegend in den Händen. Von oben fotografiert
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BR-Radltour, Dachstuhlbrand und ein dicker Hals haben eine Gemeinsamkeit

Titelbild Tageswahnsinn

Das Wochenjournal der 31. Kalenderwoche 2018

Montag

Um 3 Uhr morgens ist die Nacht vorbei. Nein, kein Alarm, es galt K1 und K2 zum Flughafen zu fahren. Rechtzeitig zum Aufstehen sind die Erzeugerin und der Erzeuger der beiden wieder zurück.

Die Woche beginnt natürlich mit den Vorboten des festigen Wochenendes, das bereits am Donnerstag beginnt. Vermutlich verstehst du unter „Wochenende“ etwas anderes als ich

In meiner heißen Stadt, die zwar bundesweit bisher in diesem Jahr nur auf Platz 3, in Bayern jedoch auf Platz 1 der Temperaturhöchstwerte kam, findet nicht nur ein Stopp mit Party der BR Radltour statt. Neben dem Mainfranken-Triathlon findet noch das Bierkönig-Festival (auch wenn die auf ihrer Seite fälschlicherweise Würzburg als Veranstaltungsort angeben – liegt es am Bier oder an der Musik, dass man die beiden Städte verwechselt? Die Veranstalter sollten wohl weniger davon konsumieren, dann klappt es auch mit dem Blick auf die Karte) statt.

Damit nicht genug ist das kommende Wochenende auch das Wochenende der Kerm in der Siedlung und dem Gärtnerfest und was weiß ich noch alles.


Dienstag

Am Dienstag Abend kommt die Alarmierung zu einem Müllbehälterbrand vor dem Bahnhof gerade noch rechtzeitig, bevor ich mich zur Nachtruhe begebe. Einsätze, die nicht sein müssten. Du Depp, wer auch immer du bist und warum – von alleine fängt auch in der heißesten Stadt kein Papier an zu brennen.

Ach ja – Jugendfeuerwehrzeltlager ist auch noch von Donnerstag bis Sonntag. Mal schauen, ob ich es schaffen werde, dort vorbei zu schauen und mich in der Küche nützlich zu machen.


Mittwoch

Man merkt, die Radltour kommt näher. Die Platzvorbereitungen laufen und es gibt das eine oder andere, das halt erst beim Aufbau in Erscheinung tritt, zu klären. Die Jungs vom Bauhof hängen mächtig drin. Und das bei schwül-heißem Wetter. Mein Mitgefühl, dass ich bekanntermaßen ja eher selten bis nie zeige, habt ihr, denn auch euer Arbeitswochenende beginnt bald und endet mit Arbeitsbeginn der neuen Woche.

K1&2 machen es spannend wie Ms. Marple. Sie schicken zum Boarding Zeitpunkt Nachricht, dass sie noch im Londoner Verkehr feststecken.

Geplante Abflugzeit- keine Nachricht, nicht erreichbar.

Flug verspätet sich. Noch kein Boarding.

Chance. Wie weit noch bis Flughafen?

Sind schon da.

Die Gattin: ‚Der Flug heute Vormittag wurde gecancelt.“

Vermutete neue Boardingzeit – keine Nachricht.

Der erlösende Anruf: „Wir stehen beim Boarding.“

Und da sag mal einer, Flugverspätungen seien schlecht.

(Mädels. Ich bin zu alt für den Scheiß. Katastrophen sind stressfreier.🤣)

Wer eifrig mitdenkt im Leben, der kommt darauf, dass verspäteter Abflug ….


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Donnerstag

… richtig vermutet:  Verspäteter Abflug bedeutet verspätete Ankunft am Zielflughafen. Und dadurch kommen wir im heimischen Heim auch erst am Donnerstag morgen und nicht am Mittwoch Abend an.

Und dann beginnt dieser Tag der Rad- und Fuß-Kilometer. Und zwar ziemlich genau eine halbe Stunde nach dem Einschlafen. Erst ein Gewitter, wie ich es schon sehr lange nicht mehr über unserer Stadt gehört habe. Die erste Vorwarnung kommt um viertel nach zwei Uhr morgens mit der Informationsalarmierung, dass der Regen sich wohl auch Schutz gesucht hat – im Keller eines Hauses im Nachbarort. Nichts, wo die Mädels und Jungs mich brauchen könnten. Kurz darauf bewege ich mich doch, ziehe mich an und schaltete das Blaulicht an.

Nach nicht viel mehr als „ich bin doch gerade erst eingeschlafen“ lautet der Auftrag: Dachstuhlbrand.

Um viertel nach fünf wieder daheim. Apropos daheim – Dahoam is Dahoam hat ja auch einen Stand am Festplatz – noch weiß ich nicht, dass einer der größten aktiven Erfolge heute ein schneller Schritt zur Seite sein wird und dadurch ein Sachgebietsleiter und nicht ich auf einer drehbaren Leiter fensterln muss. 😇😂

Nach einem normalen Bürovormittag eine Patientenrettung per Drehleiter. Nachdem diese abgearbeitet ist, lautet der Plan: Mittagspause. Doch ein kurzer Funkspruch von Freundin ILSe und ich spiele Taxi (oder ist es eher ein Transporterjob?) –  Arzttransfer zu einem Notfall.

Gegen 14.00 Uhr bin ich auf dem Gelände, auf dem die Abendparty der besagten BR-Radltour stattfinden wird. Der Kontakt mit den Verantwortlichen des BR ist genauso freundlich wie er schon in den Morgenstunden mit dem Aufbau-Team war. Nach dem Dachstuhlbrand hatte ich dort kurz vorbeigeschaut, um zu sehen, ob das Gewitter Auswirkungen hatte. Zwar hatte es einen Blitzeinschlag gegeben, aber keine weltbewegenden Schäden.

Sicherheitsbegehung, dann Sicherheitsbesprechung und die Show beginnt.

Wisst ihr, was wirklich toll ist? Du läufst relativ gelangweilt im Backstage-Bereich auf der Suche nach trinkbarem Nass – und plötzlich rupft es dich. Stehenbleiben, zurück gehen und feststellen, da trifft man doch tatsächlich einen Menschen, mit dem man schon ewig Kontakt hat, aber das Leben einen auf unterschiedliche Räume verteilt.

Der Austausch erfolgt nicht unangebracht im Hinblick auf den Zustand meines Magens beim gemeinsamen Essen. Die Show verläuft super gut. Unwissende neigen da oft dazu, zu sagen, dass doch alles gut gelaufen ist und man die ganze Sicherheitsvorbereitung und -vorhaltung doch gar nicht bräuchte. Das sind aber meist die gleichen Leute, die als erste krakeelen, wenn man nichts macht oder etwas übersieht und es passiert dann doch etwas.

Meine Haustür sperre ich …


Freitag

.. wieder einmal in den Morgenstunden auf, um relativ kurz zu ruhen. Um 6 Uhr bin ich im Bereich des Frühstücks der Sportler und denke mir, dass ich wenigstens auf ein bisschen Schlaf gekommen bin. Andere nicht. Oder nur kurz, denn die Frühstücksvorbereitungen laufen natürlich lange vor Ankunft der Gäste. Ein bisschen kann ich unterstützen und um 7 Uhr bin ich im heimischen Badezimmer.

Die Abfahrt der Gäste erlebe ich mit und es ist Ruhe angesagt. Man wird nicht jünger. 😂

Da ich die Beste seit Donnerstagvormittag nicht mehr gesehen habe, mach ich mich auf zum Jugendfeuerwehrzeltlager. Zudem will ich zum Spüldienst antreten. Eigentlich bin ich ja irgendwie müde.

Gefühlt gerade erst angekommen und ein paar Worte getrascht, da hat der Big Boss wieder seine witzigen fünf Minuten. „Rauchentwicklung 

bereits fertig. (Ich widerspreche sämtlichen gehässigen Kommentaren, dass ich froh gewesen sei, um das Spülen herum zu kommen.)


Samstag

Yeah – ausschlafen. Alles ruhig in der Nacht.

Nach Mittag die Waschhalle für die Triathleten öffnen. Für die Triathleten noch Hinweiszettel ausdrucken und kleben , u.a. mit dem Hnweis, ihren Müll in die aufgestellten Müllbehälter zu werfen.  Die vergangenen Jahre haben wir am Ende immer Müll aufgelesen, der einfach auf den Boden geworfen wurde, teilweise direkt neben dem Mülleimer. Zig Kilometer schwimmen, laufen und radfahren – aber zu faul, sich nach Abfall zu bücken.

Gerade bin ich fertig mit Zettel kleben, fast zumindest, kommt der Alarm herein, ein womöglich brennender Bus auf dem Festivalgelände. Wegen Triathlon gesperrte Straßen, ungewöhnliche Zufahrt wegen Sperrungen, damit die Festivalbesucher nicht wild auf dem Firmenareal herumlaufen – tolle Voraussetzungen für die Anfahrt.  Glücklicherweise ist am Bus alles ruhig. Scheint ein Defekt an der Bremsanlage zu sein und abgeraucht ist wohl ein Teil der Bremse ohne einen Brand zu verursachen. Der Busfahrer ist natürlich nicht besonders glücklich darüber, den Shuttlebus stehen zu lassen, aber er hat auch keine Lust mit einem Teil herumzufahren, bei dem er nicht weiß, ob die Bremsen ein Problem haben.

Am frühen Abend Duschenabbau. Meine Zettel konnten scheinbar nicht alle Triathleten lesen – ich gehe zurück zum Auto und ziehe mir Hygienehandschuhe aus dem Karton. Was zur Hölle ist so schwer daran, dass Pflaster, dass sich beim Duschen löst, aufzuheben und in den Mülleimer zu werfen? Was ist so schwer daran, die schwarzen Bananen in den Mülleimer zu werfen? Was ist so schwer daran, die aufgerissene Plastiktüte in den Mülleimer zu werfen?

Vollversorgergesellschaft, die alle anderen als ihre Lakaien ansehen und dabei komplett vergessen, dass diese Lakaeien dies unbezahlt in ihrer Freizeit machen (rote und weiße), obwohl sie auch gerne Wochenende hätten, andere schieben Zusatzschichten, anstelle Überstunden endlich mal abbauen zu können (die in blau), während die Triatheleten (und nicht nur die, sondern mittlerweile viele andere auch) einfach ihrem Hobby und Spaß für sich selbst ohne Nährwert für die Gesellschaft nachgehen.

Sorry Leute, aber das geht mir sowas von auf den S**** mittlerweile. Ohne diese Lakaien, die ebenso unter der Woche arbeiten und sich ihr Wochenende an den Hut schmieren, könntet ihr eure Egotrips (und sagt jetzt nicht, ihr würdet das für irgendjemand anders machen als für euch selbst) wohin stecken.

Nachdem ich meinen Hals mittels Druckablassventil wieder dünner habe und die Duschen abgebaut sind, mache ich mich auf den Weg zum Jugendfeuerwehrzeltlager. Ich komme gerade richtig, um noch einen Schluck zu trinken. Endlich kann ich sinnvoll helfen, wo es auch anerkannt wird, weil die anderen Beteiligten es genauso freillig und ehrenamtlich für die Jugend der Feuerwehren machen: Beim Spülen zu helfen.


Sonntag

Der Wecker klingelt um 07.30 Uhr. Tasse Kaffee und eine Nektarine, dann fahren K1 und ich los. Der Abbau des Zeltlagers steht an. Dort noch ein kurzes zweites Frühstück und los geht’s mit Spülen. Abbauen, Die Sachen verladen und am Nachmittag beginnt das Wochenende.

… so Gott und ILSe wollen.

Jetzt weißt du, was BR-Radltour, Dachstuhlbrand und ein dicker Hals gemein ist – sie hatten alle mit mir zu tun. 😉


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Markus Ungerer
Markus Ungerer ist Autor, Vortragsredner, Instructor und Feuerwehrler. Er hilft anderen, entspannt zu überleben, wenn es heiß wird. Noch lieber allerdings hilft er zu verhindern, dass es zu heiß abgeht in Wohnung, Büro und wo auch immer du dich aufhältst. Lass nix anbrennen! und verbinde dich mit ihm auf Twitter und Facebook.

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