Der Tageswahnsinn – von Unauffindbaren, seltsamen Wohnmobilfahrern und einer Kippe, die um Aufmerksamkeit heischt.

Tageswahnsinn der 33. Kalenderwoche
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Der Tageswahnsinn – von Unauffindbaren, seltsamen Wohnmobilfahrern und einer Kippe, die um Aufmerksamkeit heischt.

Das Wochenjournal der 34. Kalenderwoche

Montag

Nach einem normal-kreativen Bürovormittag, gefolgt von einem Schreibstuben-Nachmittag, in dem ich unter anderem an diesem hier und dem und dieser Seite arbeite, könnte ich relativ früh ins Reich der Träume reisen.

Könnte – doch mich ereilt der Ruf des Inspectors – Inspector Barnaby. Ein Brite aus dem Dorf, indem die eine Hälfte schon ermordet wurde und die andere Hälfte Mörder ist. Ein Brite! Und was ist nach dem Vollzug des Brexit? Darf ich mich als Europäer dann noch über die schrulligen Dorfbewohner amüsieren? Über diesen Assistenten, der selbst bei Mordvorwürfen noch lacht? Über die Ermorderte, die eine Folge später wieder als Nebenfigur auftaucht – oder eine Zwillingsschwetser hat? Der Brexit kann schwerwiegende Folgen haben. Okay. Ich geh jetzt doch ins Bett.


Dienstag

Der Vormittag ohne Wahnsinn, den Nachmittag will ich mich eigentlich den Bucharbeiten widmen. Eigentlich – ich sitze noch nicht lange in der Schreibstube, da erreicht mich die erste Alarmierung. Davon zurück bleibt nicht quasi nur Zeit für einen Kaffee (der Motor muss ja laufen), Alarmierung Nr. 2.

Auf dem Rückweg stehe ich an einer roten Ampel. Den perfekten Plan im Kopf: Erst Tanken fahren, dann ins Gerätehaus, in der Stiefelwäsche den Acker aus dem Profil spülen.

Doch wie es so ist mit meinen Plänen – manchmal glaube ich, dass der Big Boss mich nur entworfen hat, um einmal am Tag herzhaft zu lachen. Die tasten für „Einsatz übernehmen“, „Blaulicht an“, „Horn an“ finde ich, ohne die Augen von der Straße zu nehmen.

Big Boss ist gnädig – ich komme rechtzeitig genug – trotz tanken und Stiefelwäsche und Bericht schreiben – zu Hause an, um das Essen frisch vom Herd genießen zu dürfen.


Mittwoch

Ein ruhiger Tag endet in einer spontanen Entscheidung. Das Ergebnis zeige ich euch im Tageswahnsinn der Kalenderwoche 35.



Donnerstag

Ich sags mal so: Wenn man auf einem Dach Schweißbahnen instandsetzt, Dachluken offen sind, man keine Vorsorge wegen der Brandmeldeanlage getroffen hat – dann braucht man sich nicht wundern, wenn die Feuerwehr im Hof steht. Wenn die dann noch sieht, dass man doch recht sorglos mit möglichen Bränden umgeht und keine Vorsorge im Sinne einer ausreichend langen Kontrollzeit nach der Arbeitszeit trifft und die Löschmittelmenge an der Arbeitsstelle dem Blasen- und Trinkflascheninhalt entspricht – dann wundere ich mich nicht, sollte es irgendwann am Abend zu einer erneuten Alarmierung kommen. Und zwar nicht, weil „nur“ der Qualm nach innen gezogen ist. Wie sang schon Klaus Lage 1984: „Tausend Mal ist nichts passiert …“


Freitag

Eine Geburtstagsfeier, die unterbrochen wird durch einen Kleinalarm. Die Arbeitsmittel bei dem Einsatz zur Sicherung eines Tores beschränken sich auf einen Akkuschrauber und vier Schrauben. Polizei albert herum, dass sie nicht einmal für so Kleinzeug Werkzeug an Bord haben, andererseits aber „wo fängst du an, wo hörst du auf?“ Etwas später wieder was Feuerwehr näheres an Alarmierung: Brennt Gebüsch. Das Gebüsch stellt sich als Baum heraus. Ein aufmerksamer Wohnmobilgast unserer Stadt war mit seinem Hund nochmal Gassi gehen. Dabei entdeckte er den hohlen Baumstamm in dem es brennt.  Abgelöscht ist das schnell, noch ein paar Glutnester hinter der Rinde wegräumen. Ein bisschen mit dem Gast und seiner Enkelin über den Hund plaudern. Dabei erfahren, dass den Hund des Gastes die Ehefrau vor etwas mehr als zwei Jahren noch ausgesucht hatte, da sie der Überzeugung war, dass ihr Mann wieder einen Hund braucht – kurz bevor sie verstarb. Lebensgeschichten am Rande von Einsätzen. Die Entscheidung, was mit dem Baum letztlich geschieht werden am Montag andere treffen.


Samstag

Am Vormittag ein kurzer Trip nach Hessen, der Tochter die Waschmaschine klauen. Auf dem Rückweg bringen wir den Regen mit, den es hier schon lange nicht mehr gab. Am Nachmittag eine Festveranstaltung zur 140 Jahr Feier der Nachbarfeuerwehr. Glücklicherweise stoppt der Regen während Festumzug und Friedhofsgang. Danach setzt er wieder ein. Timing ist alles.

Später am Abend dann die Alarmierung zu einem Verkehrsunfall. Autobahn. Pkw im Graben, so die Meldung. Wenig Verkehr. Sonderfahrt. Hinter mir der Notarzt. Am angegebenen Kilometer entdecken wir  nichts. Keine Personen. Keine Fahrzeuge. Keine Warnblinkanlage. Rückmeldungen. Folgefahrzeuge bremsen ab, fahren gaaanz langsam. Die Kameraden entdecken schließlich das Fahrzeug gut 10 Meter von der Straße entfernt in der Böschung zwischen Bäumen und Gebäusch. Zu entdecken nur, wenn du im Schritttempo entlangfährst.

Glück im Unglück, die drei Insassen sind nicht allzu schwer verletzt, auch wenn sich Befreiung und schließlich Bergung des Fahrzeuges etwas hinziehen.


Sonntag

Allzu viel Schlaf ist mir nicht vergönnt. Es ist noch nicht einmal 7 Uhr morgens. Was in aller Welt bringt einen Wohnmobilfahrer dazu, an einem Pendlerparkplatz seinen Müll raus zu werfen und den dann noch anzuzünden? Pech für ihn, dass eine Spaziergängerin dies gesehen hat.

Am Nachmittag klingt die Alarmierung nach etwas mehr Arbeit. Rauchentwicklung aus Gebäude. Der Blick vom Boden zum zweiten Erdgeschoss verheißt auch erstmal nichts Gutes. Der Qualm scheint aus einem Fenster zu kommen. Die nähere Erkundung bringt Entspannung: Lediglich ein Blumenkübel aus Kunststoff mit Erde aber ohne Blumen brennt auf dem Balkon vor dem Fenster. Ein Kübel Wasser und gut ist es. Leute – für eure Zigarettenkippen gibt es bessere Aschenbecher. Selbstentzündung war es nicht und die Kippe in der Erde erzählt ihre eigene Geschichte.

Am frühen Abend noch eineinhalb Stunden Büroarbeit im Feuerwehrhaus. Liegengebliebenes abarbeiten, meist fehlt dafür im normalen Alltag die Zeit.

Bevor ich die Füße hochlege noch ein paar Gedanken zu den Grundlagen von vielen Entscheidungen, die getroffen werden.

Populistisch und beschränkt zu entscheiden ist leicht – und gefährlich, man muss nur grölen. Wer jedoch sach-gerecht entscheiden will braucht Werte, die allgemeingültig sind. Diese „Basiswerte“ sind nicht neu, jedoch ist bei vielen, sehr vielen Entscheidungen und Maßnahmen zu erkennen, dass sie die Grundlage bilden. Oder?

Basiswerte – schau sie dir an.

Bei dir piept’s? Was tun, wenn der Rauchwarnmelder piept? Hier ist die Antwort als e-card und als pdf im Postkartenformat:

Die e-card „Bei dir piept’s“:   Bei dir piept’s – e-card

Die Postkarte „Bei dir piept’s“: Bei dir piept’s – Postkarte


Wie normal war deine Woche? Freue mich auf deinen Kommentar.

Hol dir die 10 Chancen zum Überleben 4.0


… hey, ich danke dir herzlich fürs Lesen des Tageswahnsinns. Ich freue mich wahnsinning, wenn du hier unten die Buttons nutzt, um auch deine Freunde auf den Tageswahnsinn aufmerksam zu machen. Vielen Dank dafür. 😊

Markus Ungerer
Markus Ungerer ist Autor, Vortragsredner, Instructor und Feuerwehrler. Er hilft anderen, entspannt zu überleben, wenn es heiß wird. Noch lieber allerdings hilft er zu verhindern, dass es zu heiß abgeht in Wohnung, Büro und wo auch immer du dich aufhältst. Lass nix anbrennen! und verbinde dich mit ihm auf Twitter und Facebook.

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