Feder, Wort und Feuer. Normalwahnsinnige Tage im neuen Gewand

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Feder, Wort und Feuer. Normalwahnsinnige Tage im neuen Gewand

Titelbild Tageswahnsinn

Das Wochenjournal der 28. Kalenderwoche 2018

Bisher konntest du den Tageswahnsinn chronologisch lesen. Für jeden Tag einen Absatz.

Heute gehe ich einen anderer Weg: Nicht chronologisch, sondern themenbezogen.

Am Ende dieses Beitrags findest du eine Umfrage. Bitte hinterlasse dort deine Meinung, ob du lieber den chronologischen oder lieber den themensortierten Tageswahnsinn lesen möchtest. Wäre toll, wenn du mir deine Meinung geigst. Dankeschön 🙂

Die Feder

Ein Bundesinnenminister, der sich nun auch noch im Ton vergreift und feststellt, dass ausgerechnet an seinem 69. Geburtstag 69 Menschen abgeschoben wurden. Es bleibt zumindest ein bitterer Nachgeschmack. Einige Zeit später die Nachricht, dass sich einer dieser Abgeschobenen das Leben genommen hat. Zu dieser Meldung der kurze Text „Trauriger Einzelfall“.

Es geht nicht darum, dass dieser abgeschobene Asylsuchende ein Krimineller war. Ja, es ist richtig, gegen Kriminelle mit den Möglichkeiten des Rechtsstaates vorzugehen. Ja, es ist richtig, dass unsere Asylgesetze nicht ausgenutzt werden dürfen von Menschen, die unser Modell eines freiheitlich-demokratischen Staates ablehnen. Ja, es ist richtig, dass ein jeder Mensch sich dem Staat und der Kultur anzupassen hat, in der er leben will. Oder eben woanders hingehen soll. Aber darum geht es nicht.

Es geht darum, dass ein Bundesinnenminister es lustig findet, dass Lebensalter und Anzahl Abgeschobener übereinstimmen. Oder wie würdet ihr es finden, wenn ein Notarzt posten würde: „Fantastisch. An meinem 40sten Geburtstag hatte ich heute meinen 40sten Schlaganfallpatienten zu betreuen.“In beiden Fällen geht es um Menschen und der Unantastbarkeit der Würde.

Und es geht um dieses fürchterliche Wort „Einzelfall“, wenn wir von Menschen reden. Wenn Einzelfälle somit quasi nicht der Beachtung wert sind – sind dann 1.000 Tote auch nur 1.000 Einzelfälle? Oder reden wir erst ab 51 Betroffenen nicht mehr von Einzelfällen, weil das mein Lebensalter ist? Wo ist die Grenze? Ab welcher Anzahl von Fällen sind es keine Einzelfälle mehr?

Es geht doch nicht darum, ob es einer ist oder ob es hunderte sind. Es geht nicht darum, dass illegale Einwanderung nicht korrekt ist, dass es nicht sein kann, dass mutmaßliche Attentäter und Kriminelle und Terroristen nicht das Recht auf Schutz durch unseren Staat haben.

Es geht darum, wie wir mit der gesamten Situation umgehen. Und da vor allem um diese Notwendigkeiten:

  • Analysieren und die Einzelprobleme voneinander trennen. Fluchtgrund, in Seenot geraten, Asyl in Europa/Deutschland suchen, hier kriminelle Handlungen vornehmen – Das sind mindestens vier verschiedene Problemfelder, die differenziert betrachtet werden müssen. Vermischen führt uns einerseits zu unmenschlichen, barbarischen Handlungen und andererseits erlaubt es, dass unser Wertesystem unterlaufen und zerstört wird.
  • Zynismus, Sarkasms, verdrehte Statistiken, falsche Zahlen, und so weiter und so weiter. Hier muss ein Stopp gesetzt werden. Sachliche Aufklärung ist gefragt, keine meinungsgesteuerte polemische Interpretierung.
  • Wie geht die Politik und wie gehen Politiker mit den Problemen der Bürger, mit den Staatsproblemen und miteinander um. Mehr als Trends nachhecheln und den „politischen Gegner“ niedermachen ist da momentan nicht. Wo sind die Politiker, die ihr Amt noch so ausführen, wie es einmal gedacht war, dass sie es ausführen? Wo ist der Gedanke, gemeinsam nach unserem Grundgesetz zu handeln?
  • Was ist mit all den anderen Problemen, die vielleicht für die Bürger hier viel wichtiger sind: Altersarmut? Mietpreise? Lohndumping durch Mindestlohn? Umgang mit sozial Benachteiligten? Die Zukunft unserer Kinder? Unterbezahltes Handwerk, das keinen Nachwuchs findet und Akademiker, die auf gutbezahlte Jobs hoffen und dann Mitte 30 noch keine Familie ernähren können, weil sie immer noch auf die Festanstellung hoffen. Die Bildung hoch loben und gleichzeitig Lehrer zu Ferienbeginn „freistellen“ (was für ein besch***enes Wort. Negatives soll positiv klingen – auch so ein Fluch, den wir abschütteln müssen! Nennt die Dinge beim Namen.) Da gibt es sehr viele Felder zu beackern und sehr viele Felder, in denen die Politik für die Menschen hier viel tun könnte ohne dabei in irgendeiner Weise in den linken oder rechten Morast abzurutschen.

Doch dazu ist es neben der Trennung des Gemenges von Problemen in Einzelbetrachtungen notwendig, mit den richtigen Prämissen zu beginnen. Und diese Prämissen sind nur sechs Festlegungen. Natürlich führen sie zu unterschiedlichen Lösungen in unterschiedlichen Problemfeldern. Aber durch die Anwendung dieser sechs Prämissen stellt sich erst gar nicht die Frage nach dem Einzelfall. Es stellt sich nicht die Frage, nach welcher Gesinnung das richtig oder falsch ist. Und trotzdem bleibt die Freiheit, jedes Problem individuell zu betrachten.

Die Lösungen werden natürlich nicht jeden zufriedenstellen und der Bürger muss lernen, dann eben auch zu akzeptieren, dass Entscheidungen so gefallen sind, weil sie einer klaren Richtschnur gefolgt sind und eben nicht einem Trend, einer politischen Anschauung oder einer vermeintlich gesellschaftlichen Tendenz folgend.

Und vor allem sind diese sechs Prämissen unabhängig von religiöser und politischer Anschauung. Wer diese Prämissen nicht anerkennt, stellt sich selbst außerhalb der Menschheit und außerhalb des rechtsstaatlichen Gefüges einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft, die wir hier eben sind.

Welche sechs Prämissen dies sind?

Und was machen wir nun mit diesen Prämissen? Wie kommen wir von diesen Ausgangspunkten zu Lösungen? Was bedeuten diese Grundannahmen?

Das ist zu viel für einen Blogbeitrag, aber ich werde es darlegen.


Das Wort

Die Arbeiten an den beiden kommenden Büchern gehen voran. Zwar ist es noch zu früh, hier viel darüber zu schreiben.

Aber so viel kann ich schon sagen. Bei „F.I.R.E.“ geht es um Entscheidungen im Geschäftsleben. Darum, wie du schnell sachliche Entscheidungen in schwierigen Situationen treffen kannst. Es zeigt die Schritte auf, die du gehen musst und welche Vorgaben du dabei beachten sollst.

Allerdings fordern diese Schritte ein paar Verhaltensweisen ein, die scheinbar so gar nicht in die jetzige Zeit passen. Und doch sind sie notwendig, um die Evolution des Menschen weiterzuführen und nicht enden zu lassen.

Zugleich entsteht das Rohgerüst des Sachbuches zum Thema „Überleben  4.0“.

Wir leben in vielerlei Hinsicht in einer fantastischen Zeit. Die Welt ist die vergangenen Jahrzehnte faktisch besser geworden, auch wenn es uns zur Zeit sicher nicht so vorkommt. Und wir stehen an der Schwelle einer ziemlich aufregenden neuen Arbeits- und Lebenswelt. Die Digitalisierung hat ja quasi erst begonnen. Wir reden so viel über Digitalisierung. So viel über Fakten und Datenerfassung und elektronischen Systemen, die uns unterstützen, helfen und einfache bzw. schwere Arbeiten abnehmen werden. Es wird gefochten um die Grenzen der Rechte und die Grenzen der Datenerfassung, doch irgendwie scheint gerade in der Arbeitswelt eine glorreiche Zeit bevor zu stehen.

Wir sehen die glänzende Seite der digitalen Revolution und richten unsere Entscheidungen daran aus, lassen teilweise sogar schon Entscheidungen von digitalen Systemen treffen.

Der Begriff Umwelt scheint eine neue Bedeutung zu bekommen, nicht nur durch die virtuelle Realität. Es ist eine goldene Münze der digitalen Zukunft. In deren Glanz erwarten wir eine bessere Zukunft und lassen uns von diesem Licht leiten. Das ist nicht per se schlecht, doch ab und an sollten wir diese Münze umdrehen, denn auf der Rückseite steht ein Satz, dessen Beachtung uns letztlich leiten muss. Denn all die Digitalisierung wird nichts daran ändern:


 

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Das Feuer

Kaum hat man ein neues update auf das Funkgerät installiert, schon geht wieder etwas nicht. Langsam vermute ich wirklich, es liegt an mir. Du kannst deine bugs gar nicht so gut verstecken, als dass ich sie nicht finden würde. Es bleibt weiterhin sehr seltsam und wird vermutlich wieder einmal auf ein Ersatzgerät hinauslaufen. Ich sollte mir gleich ein Zweitgerät verbauen lassen, dann muss ich nur die Stecker umsetzen.

Freitag der 13te. Lag es an der Sonne oder am Datum? Zwei Radfahrer, die ich problemlos aus der Liste der am Straßenverkehr teilnehmenden hätte streichen können – einfach das Bremspedal nicht treffen. Über die Kreuzung schießen ohne zu gucken – das nenne ich Verkehrsroulette, an schlechten Tagen „zu feig für Suizid“. Verzeiht mir, aber die Regeln des Straßenverkehrs gelten für alle und im Unterschied zu euch Radfahrern, gibt es beim Aufprall beim Autofahrer nur verbeultes Blech. Kostet Geld, mehr aber auch nicht. Ihr habt keine Knautschzone. Gegenseitige Rücksicht heißt das Zauberwort und nicht einfach davon ausgehen, dass ja der Autofahrer Schuld hat. Dass auf dem Grabstein steht „Er war im Recht.“ ist irgendwie kein erstrebenswertes Ziel, oder?

Es ging aber an besagtem Freitag noch weiter. Es ist toll, einem Fahrlehrer durch seine offene Seitenscheibe zu beobachten, wie er dem Fahrschüler etwas erklärt. Wenige toll finde ich, dass der Fahrlehrer seinem Schüler in diesem Moment beibrachte, eine Kreuzung dicht zu machen. Das Fahrschulauto stand direkt vor der Schnauze meines Einsatzwagens und ich wünschte mir in diesem Moment schon fast eine Alarmierung. Ich hätte ihm zwei Minuten lang – solange dauerte es, bis die Ampel auf seiner Fahrspur auf grün schaltete und sie weiterfahren konnten – mein Signalhorn in seinen Wagen geblasen. Weg gekommen wäre ich ja nicht wegen seiner Lehrstunde „So mache ich Kreuzungen dicht“.

Leute, bitte. Kreuzungen frei zu halten, wenn der Verkehr stockt oder steht, das ist nicht nur höflich, sondern gibt auch Rettungsfahrzeugen die Chance, zügig ohne stehen zu bleiben am Einsatzort anzukommen. Ihr wisst nie, wann das nächte kommt und in welche Richtung es fährt. Wir wissen ja auch nicht, wann der nächste Alarm kommt. Und vielleicht brauchst du ja uns?

Drei Tage Festival mit Konzerten und du bekommst erst wenige Tage vorher die Sicherheitskonzepte auf den Tisch. Da heißt es, andere Sachen zurückstellen, Termine zwischenrein schieben und die Quadratur des Kreises versuchen. Wenn dann Sicherheitskonzepte noch so augenfällige copy & paste Fehler beinhalten, dass Straßennamen aus einer anderen Stadt drin stehen, dann sollst du keinen Hals bekommen. Am liebsten möchtest du schon deshalb „Nein“ sagen. Ist doch nicht dein Problem, wenn die potentiellen Besucher, die schon Karten gekauft haben, dann auf die Barrikaden gehen, oder?

Geht natürlich auch nicht. Will man natürlich auch nicht.

Aber wenn du einfach nur die Augen schließt, zuschaust, wie sich Veranstalter nicht an ihr eigenes Konzept halten und dann hoffst, dass nichts passiert – und es passiert dann doch etwas. Ja dann, dann sind es die gleichen Menschen, die dich als Verhinderer und Spaßbremse titulieren, diejenigen, die dich hängen, weil du hättest ja „etwas tun müssen“.

Bekanntermaßen bin ich bekennender Sonntagslangschläfer. Deshalb auch meist nicht so amüsiert, wenn um kurz nach 7 Uhr morgens der ferngesteuerte Wecker losgeht wegen eines Brandmeldealarms. Gut, wenn es sich nur um einen fälschlichen Alarm  handelt. Besser noch, wenn das in einer Bäckerei passiert und du nach Abwicklung des Einsatzes gleich die Frühstücksbrötchen kaufen kannst. Bringt Pluspunkte zu Hause.


 

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Markus Ungerer
Markus Ungerer ist Autor, Vortragsredner, Instructor und Feuerwehrler. Er hilft anderen, entspannt zu überleben, wenn es heiß wird. Noch lieber allerdings hilft er zu verhindern, dass es zu heiß abgeht in Wohnung, Büro und wo auch immer du dich aufhältst. Lass nix anbrennen! und verbinde dich mit ihm auf Twitter und Facebook.

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