Der BND im Kindergarten und das Vergessen der Regeln im Straßenverkehr

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Der BND im Kindergarten und das Vergessen der Regeln im Straßenverkehr

Titelbild Tageswahnsinn

Das Wochenjournal der 29. Kalenderwoche 2018

Montag

Ein ruhiger Wochenbeginn. Vormittags und Nachmittags kann ich einiges Liegengebliebene in den Büros #2 und #1 abarbeiten.

Am späteren Nachmittag leider einer der tragischen Einsätze, wo du einfach nichts mehr machen kannst.

Die Übung am Abend verläuft ohne Besonderheiten. Einen Funktest in einem neuen Klinikanbau können wir leider nicht vollenden, da der Schlüssel nicht aufzutreiben ist.


Dienstag

Der Tag hat noch gar nicht richtig angefangen, da kommt die erste Alarmierung. Und wieder einmal ist es absolut toll und fasziniert an der Kreuzung zu einer vorfahrtsberechtigten Straße zu stehen. Blaulicht an. Martinhorn an und – es interessiert tatsächlich drei Autofahrer nicht. Dem ersten, da sage ich nichts. Hätte er gebremst, wären ihm die Deppen danach vermutlich hinten rein gerauscht. Aber die beiden hätten problemlos anhalten können. Sie zogen es aber vor, noch mit dem Blick einer kalbenden Kuh zu mir rüber zu schauen. Leider konntet ihr es nicht hören: Ja, das ist ein Blaulicht, das ihr seht und ein Martinhorn, das ihr hört. Und wenn ihr gaaaanz lieb seid, dann dürft ihr euch nochmal wie zu alten Führerschein-machen-Zeiten die Straßenverkehrsordnung herausholen und den § 38 durchlesen.

Ich nehme mir das nächste Mal einen Kaffeebecher mit auf Sonderfahrt. Dann haben die Fußgänger wenigstens ein tolles Bild für Twitter: „Der Typ steht mit Blaulicht und Martinhorn an der Kreuzung und trinkt gemütlich Kaffee.“

Es ist doch immer das gleiche. Wenn du schon spät dran bist für einen Termin, dann kommen Baustellen, Trödler und und und. Naja, ich war rechtzeitig. Sekunden nach mir fährt ein Rollerfahrer auf den Parkplatz. Der Rollerfahrer, über den ich schon geschimpft hatte, warum er ausgerechnet jetzt da fahren muss, wo ich doch eh schon knapp bin. Jo, ganz weit oben lacht einer herzhaft – der Rollerfahrer ist mein erster Termin an diesem Nachmittag ….

Danach folgen Funknachweise für die Abnahme von Objektanlagen, eine Reparatur und noch eine Überprüfung eines weiteren Objektes, das nachträglich zu einem Bauprojekt dazu gekommen ist. Bis wir – also der Funksachbearbeiter und meinereiner – fertig sind, ist es 19 Uhr. Endlich Feierabend.


Mittwoch

Echt nicht fair. Kurz vor Mittag zu einem Brandmeldealarm gerufen zu werden. Vor allem dann nicht, wenn der Auslöser das Anbraten von Fleisch für Ochsenschwanzragout ist. Kannst du dir vorstellen, durch eine Küche zu laufen, den auslösenden Melder zu suchen und gleichzeitig hast du diesen Geruch von Essen in der Nase während dein Magen soweiso schon knurrt? Nicht fair!

Am späteren Nachmittag eine weitere Alarmfahrt – Brandalarm zur Unterstützung in einer Fabrik. Manchmal hat man Glück und die wesentliche Arbeit besteht im Warten im Bereitstellungsraum. Hat den Vorteil, man kann wieder einmal mit Leuten reden, die man schon eine ganze Weile nicht mehr gesehen hat – und die einen daran erinnern, dass man ihnen schon vor längerer Zeit etwas schicken wollte. Habe ich dann übrigens auch gemacht.


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Donnerstag

Ein Büro-#3-freier Tag, der sich mit kleineren Büroarbeiten in #1 recht angenehm anlässt.

Der frühe Abend fordert noch die Unterstützung für den Rettungsdienst. Angenehmes Arbeiten mit angenehmer Patientin und deren Angehörigen. Vor lauter schlechten Nachrichten über Leute, die den Rettungsdienst angreifen oder als Gaffer im Weg stehen, darf man diese Einsätze nicht übersehen, denn es gibt sie öfters, als die Nachrichten einen denken lassen. Die Hilfe wird gerne angenommen, man diskutiert nicht über die Notwendigkeiten, sondern bekommt als Helfer das Gefühl, dass die Betroffenen dankbar sind, dass man sich kümmert.

Wäre auch mal ein Gedanke – veröffentlichen wir doch solche Fälle ebenso wie die Negativbeispiele, die durch die Presse gehen. Dem subjektiven Nachrichtenbild das objektive beistellen.

Freudlich wie wir alle sind, bedankt sich der Kollege vom Rettungsdienst für die Unterstützung. Da meine Zunge nicht nur durstig war, sondern meist auch schneller wie die graue Masse im Oberkopf, erwidere ich, dass ihm ja bekannt sei, dass ich Weißbier trinke.

Noch schnell auffrischen und aufhübschen, denn schweisstreibend ist bei diesem Wetter jede Arbeit in der Schutzbekleidung. Eine Verwaltungsratssitzung, die erfreulich kurz und einvernehmlich ist.

Zurück in den heimischen vier Wänden erfahre ich vom Werktagskind, dass da jemand da war, der zu mir wollte nach seinem Feierabend. Werktagskind nennt seinen Namen. Du kannst dir denken, wer es war? Genau. Er schickte mir per Messenger das Bild eines gefüllten Weißbierglases. Manchmal hat man einfach Pech.


Freitag

Am Vormittag bei einem Baustellengespräch wird deutlich, dass wir uns langsam mal überlegen sollten, wie wir mit Bauten weitermachen sollen. Würde mich nicht wundern, wenn Verschwörungstheoretiker demnächst auf die Idee kämen, der Bundesnachrichtendienst, der Militärische Abschirmdienst, der KGB und die CIA würden in diesem Kindergarten geheime Funkstationen betreiben. Fünf Meter hohe, weit über das Dach hinauskragenden Funkantenen, tschuldigung, es sind Blitzableiter, ragen da in den Himmel.

Man sollte von den Gebäudeversicherungen der Häuser im Umkreis von 500 m Gebühren verlangen. Die Dinger ziehen jeden Blitz an und schützen so die Nachbarhäuser.

Bei Sturm könnte es allerdings sein, dass diese Blitzableiter wie Speere in den Kindergarten krachen oder die Nachbarn angreifen. Man wird hoffentlich nicht sehen.

Am Nachmittag helfen wir nach einem kleineren Verkehrsunfall. Lastkraftwagen sind echt leicht zu übersehen. Pkw verlieren jedoch immer den Zweikampf. Zum Glück keine Verletzten und die Ladung aus Gasflaschen hat auch nichts abbekommen.


Samstag

Ein paar Stunden Büroarbeit in #1, ansonsten ruhig. Unsere Sommerlese mussten wir leider absagen, da diese nur im Freien hätte stattfinden können und das ist im Regen nicht wirklich sinnvoll. Schade darum, aber lieber nicht stattfinden lassen, als dass es eine Veranstaltung wird, die keinem Freude macht und jeder so schnell wie möglich weg möchte, auch wenn es nur dem Wetter geschuldet ist.

Gegen Abend wird es trocken, sodass wir zu Weinfesteröffnung in den Nachbarort können. Eine Alarmierung zu fünf Zentimeter Wasser im Keller im Ortsteil auf der anderen Seite der Stadt fahre ich nicht an. Das regeln meine Leute schon, wie mir später bestätigt wird. Mir bleibt nur die Frage im Kopf, was machen diese „5 cm Wasser Hilfe ich ertrinke“ Leute, wenn sie ein echtes Problem haben?

Gegen 22.30 Uhr wollen wir nach Hause. Eigentlich. Dann sehen wir alte Bekannte. Kurz mal dazu setzen. Es wird Sonntag. Als der Transporter habe ich das Gefühl, in meinem Bauch ein Wasserfass zu lagern.


Sonntag


Wie normal war deine Woche? Freue mich auf deinen Kommentar.

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Markus Ungerer
Markus Ungerer ist Autor, Vortragsredner, Instructor und Feuerwehrler. Er hilft anderen, entspannt zu überleben, wenn es heiß wird. Noch lieber allerdings hilft er zu verhindern, dass es zu heiß abgeht in Wohnung, Büro und wo auch immer du dich aufhältst. Lass nix anbrennen! und verbinde dich mit ihm auf Twitter und Facebook.

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