Beschimpfung, Timing und Kirchenphrasen

grobkörniger Abendhimmel mit einzelnem Stern
20. Juli 2020
24. Juli 2018
Frau am Strand sitzend auf einer Decke in kurzer Hose hat das Buch "Berliner Kompott" aus der Krimiserie mit BM Fogos auf dem Schoß liegend in den Händen. Von oben fotografiert
Du bist schon im Urlaub und brauchst noch Lesestoff?
31. Juli 2018

Beschimpfung, Timing und Kirchenphrasen

Titelbild Tageswahnsinn

Das Wochenjournal der 30. Kalenderwoche 2018

Montag

Weinfestbesuch … nicht der Fahrer … ein kurzer Rundgang um Übersicht zu gewinnen dauert gefühlt zwei Stunden … Gespräche über Schweden, Radwege, Sachpolitik und wann es keine ist und das Gefühl, der Doc schüttet mehr rein als ich … was will Mann mehr, vor allem, wenn die Frau ihn sicher nach Hause bringt.


Dienstag

Die BR Radltour wirft ihre Schatten voraus und die Feinheitengespräche beginnen. Am Ende soll es ja nicht nur eine tolle Veranstaltung sein, sondern wir wollen ja auch für die Sicherheit unserer Gäste sorgen.

So viele Geschichten gibt es noch zu erzählen, nicht jede füllt ein Buch. Aber oft reicht es für eine Kurzgeschichte. Deshalb gibt es ab heute die Rubrik „Kurzgeschichten“. Hier zu finden.

Vielleicht ist ja im Laufe der Zeit auch die eine oder andere Geschichte für dich dabei. 🙂


Mittwoch

Am Nachmittag ein kurzer Ehrenamtstermin. Im Rathaus. Und was passiert? „Gut, dass du da bist.“ Noch bevor ich das Rathaus betrete.  Und schon bin ich wieder mal in meiner Nichtarbeitszeit am Arbeiten .

Trennen Impossible. Da hilft nur die Stadt verlassen.

Abends Mannschaftsbesprechung. Immer wieder interessant, was Themen sein könnten und was Themen sind.



Donnerstag

Jetzt muss ich doch mal motzen. Hatte gestern Abend den genialen Plan, heute eine halbe Stunde später aufzustehen als sonst.

Der Humor des Big Boss ist dann wieder phänomenal: er lässt eine halbe Stunde FRÜHER, also vor der normalen Aufstehzeit, einen Alarm reinkommen…..

Wie kann es sonst sein, dass jemand um kurz vor sechs Uhr morgens auf die Idee kommt, ein Lagerfeuer aus Altmöbel zu machen?

Wenn Tage so beginnen, dann weißt du, dass es kein Problem wird, die Tagesschrittzahl zu erreichen.

So richtig interessant wird es, wenn du zu einem Pkw Brand Nähe Nachbarort mit alarmiert wirst, kaum losgefahren bist und der Alarm für einen Verkehrsunfall kommt, der auf dem Anfahrtsweg liegt.

Das ist dann ein geschubstes Motorrad nur und das Problem ist wohl mehr das hysterische Gezicke der Sozia, die ihrer Schimpfkraft nach wohl keine echten Probleme hat.

Weiterfahrt zum Pkw Brand. Der stellt sich als relativ leichter Auffahrunfall heraus, jedoch an anderer als gemeldeter Stelle. Kein Brand. Nur Sachschaden.

Abends ein Vermittlungsgespräch. Erfolgreich. Könnte ne gute Sache werden.


Freitag

Um 12 Uhr ein Pressegespräch. Schön, dass es noch gelernte Journalist/inn/en gibt und nicht nur Schreischreiber.

Waldbrandübung.  Gerade fertig für Rückfahrt zum Stall – Alarmierung Freiflächenbrand.

Stellt sich als Abfallverbrennung in einem Garten heraus. Dass wir ausrücken müssen, wenn ein Bürger einen Brand meldet ist dem Verursacher nicht verständlich.  Dass bei der derzeitigen Trockenlage ein offenes Feuer am Rand von Freiflächen suboptimal ist, sieht er ebenfalls nicht. Dass Müllverbrennung im Garten nicht gern gesehen wird, entzieht sich seiner Kenntnis.

All das verstehe ich ja noch – aber warum wir uns dann als Nazis beschimpfen lassen müssen, verstehe ich nicht. Auch das eine Krankheit unserer Zeit.  Man baut Mist, führt sich auf und dann beschimpft man die, die helfen wollen und niemals vor eintreffen an einer Einsatzstelle wissen, was wirklich hinter einer Alarmierung steckt.

By the way – als wir damals seinen Keller ausgepumpt hatten, waren wir hoch willkommen. Blöd nur für ihn, dass das die selben Leute waren  – sind wir jetzt willkommene Helfer oder Nazis? Totschlagbegriffe verwenden wie es gerade in den Kram passt und dann wundern, wenn man als Mensch die Schnauze voll hat von Menschen.

Ein was Gutes hat der Einsatz dann doch  – Teil der Streifenwagenbesatzung ist eine Polizistin, die ich schon länger nicht mehr gesehen habe. Leider keine Zeit für einen Plausch – der Typ plärrt immer noch rum.


Samstag

Timing ist alles. Dienstwagen beim Stellvertreter abstellen. Motor aus. Genau in der Sekunde geht der erste Alarm raus. Die Mädels und Jungs wissen noch nicht, dass sie heute noch fünf Einsätze fahren werden.

Dafür ist es wohl eher schlechtes Timing am ersten Feriensamstag gen München zu fahren.  Eingeladen ist eingeladen und zudem kann ich es ja nicht verantworten, dass es keinen unterfränkischen Wein mehr im Münchner Umland gibt. Läuft aber trotzdem erstaunlich gut.

Gerade lese ich im Münchner Merkur einen Bericht über die Bestattung eines Mannes, der zwei Jahre tot in seiner Wohnung lag.

Mal abgesehen davon, dass den Nachbarn zwei Jahre lang weder Gestank noch überfüllter Briefkasten auffiel und sie jetzt sagen, sie dachten, er wäre im Altenheim.

Weiß die Kirche eigentlich wie hohl und leer ihre Standard-Mitgef‎ühl-Phrasen sind?

Mir wäre es einfach nur peinlich, auf der Beisetzung eines einsamen – vielleicht von ihm so gewollt – solche Aussagen machen zu müssen, wie es der Priester tun musste:

Abends das Fest.  Ich sag es mal so, da ich fast immer fahrbereit sein muss, vertrage ich nicht allzu viel Alkohol. Doch immer wenn ich denke, jetzt habe ich es geschafft, ist der Krug wieder gefüllt.


Sonntag

SaSoChi, der zweite Tag. Schwerpunkt chillen.

Am Abend fahren wir zurück. 250 km. Laut Bordcomputer ist Sprit für 160 km im Tank. Keine Lust noch Umweg zu Tankstelle zu fahren. 160 km Reichweite sind genug für 250 km Strecke. Sage ich

Erst zu Hause tanke ich!

Die Reichweitenanzeige springt 500 m vor der Tankstelle erst auf 0. Rechnerisch – getankte Menge zu Tankvolumen – sind da noch 12 Liter im Tank. Soviel zum Bordcomputer.


Wie normal war deine Woche? Freue mich auf deinen Kommentar.

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 … und ein herzliches Danke fürs Teilen


Markus Ungerer
Markus Ungerer ist Autor, Vortragsredner, Instructor und Feuerwehrler. Er hilft anderen, entspannt zu überleben, wenn es heiß wird. Noch lieber allerdings hilft er zu verhindern, dass es zu heiß abgeht in Wohnung, Büro und wo auch immer du dich aufhältst. Lass nix anbrennen! und verbinde dich mit ihm auf Twitter und Facebook.

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