Wie ist dein Verhältnis zu Fachfirmen und Wolfsmilchgewächsen?

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Wie ist dein Verhältnis zu Fachfirmen und Wolfsmilchgewächsen?

Titelbild Tageswahnsinn

Das Wochenjournal der 21. Kalenderwoche 2018

Montag

Erster Urlaubstag und ein Feiertag, wie er im Buche steht. Das Wetter passt und wir verbringen den Tag hinterm Haus in Ruhe und erholsam, bis

Ja, bis eine Alarmierung einläuft, die etwas seltsam ist: Ein Verkehrsunfall mit einem Roller. Motorroller halt, kleines Versicherungskennzeichen. Die Einsatzstelle so nahe an meinem Standort, dass einer der großen Vorzüge des Digitalfunks zum Zuge kommt.

Bis das Funkgerät hochgefahren ist und sich in das gelobte Sicherheitsnetz eingebucht hat und ich den Status für das Übernehmen des Einsatzes drücken kann, bin ich schon dort.

Der Arbeitsablauf in meinen rollenden Büro bei Eintreffen mutet etwas seltsam an: Einsatz übernehmen folgt sofort Einsatzstelle erreicht.Insgesamt viermal auf Tasten drücken und warten, dass das System den Befehl annimmt bzw. quittiert.

Dank Digitalfunk kann ich mich jetzt endlich um die Situation kümmern. Der Rollerfahrer liegt, halb sitzend auf dem Boden, ist nur leicht verletzt und will seine Zigaretten. Ich vermute, ich bin wieder mal der Ar** der Woche, denn er ist nicht erfreut darüber, dass ich ihm das verweigere. Ein paar wenige Minuten nach mir trifft der Rettungsdienst ein und übernimmt zu meiner Freude den Patienten.

Nach Unfallaufnahme durch die Polizei, räumen wir die Straße und es bleibt bei meiner Seite ein verwundertes Kopfschütteln. Der erwachsene Fahrer war auf ein unschuldig parkendes Auto aufgefahren. Okay, mir gefällt das Auto auch nicht so sonderlich, aber nur wegen unterschiedlichem Geschmak gleich so aus der Bahn geworfen zu werden?

Am Abend mache ich selbst einen verhängnisvollen Fehler: Mich stört ein unkrautartiges Gewächs im Garten und ich will es jäten. Es wehrt sich. Hinterhältig mit Zeitzünder.

Zuerst benetzt es meine Hände mit einer milchigen Flüssigkeit. Warum trage ich Depp auch keine Handschuhe? Einfache Antwort: „Ich will doch nur schnell mal …“. Natürlich wasche ich mir danach die Hände mit Wasser und Seife, um den milchartigen Saft möglichst schnell wieder von der Haut zu bekommen. Doch vermutlich habe ich nicht alles erwischt und vermutlich habe ich mir wie auch immer etwas später ans Auge gefasst.

Später am Abend beginnt mein Auge zu brennen und ich stelle eine ziemliche Rötung fest. Auge auswaschen. Auge auswaschen. Auge auswaschen.

Es wird nicht besser. Allerdings denke ich, es reicht auch am morgigen Tag, zum Augenarzt zu gehen. Denke ich. Gegen Mitternacht brennt mein Auge wie Hölle. Stell dir vor, dir hält jemand ein brennendes Streichholz ans Auge.

Die Frau neben mir befiehlt: „Ab in die Augenklinik!“

Die Ärztin dort ist nett, wenn auch schweigsam und vor allem träufelt sie mir etwas ins Auge, dass erst noch mehr brennt, aber binnen weniger Sekunden ist der Schmerz komplett weg. Das nenne ich Entspannung!

Sie verschreibt mir Tropfen. Auf meine Bemerkung hinsichtlich des Verdachts auf ein Wolfsmilchgewächs geht sie nicht ein, machte eher den Eindruck, als könne sie damit nichts anfangen. Auf der Heimfahrt kommen die Schmerzen wieder. Doch die Müdigkeit ist stärker.


Dienstag

Du erinnerst dich? Ich bin im Urlaub.  Ich darf also länger schlafen, was ich nach der vergangenen Nacht auch dringend gebraucht hatte. Ich nehm mich aus dem Einsatzdienst raus, denn mein Auge ist zugeschwollen. Durch die Tropfen, die ich viermal am Tage nehmen soll, verbessert sich die Lage jedoch Schrittchen für Schrittchen. Anstelle der Schmerzen habe ich nur noch das Gefühl, mir reibt einer mit 80er Schleifpapier über das Auge.

Ab Mittag arbeiten wir ein bisschen an der Homepage -ach was, das ist ja keine Arbeit, denn Arbeit ist ja nur dann negativ, wenn sie keinen Spaß macht.

Am Spätnachmittag holt mich unser Funkfuzzi ab. Es gilt noch einem Problem auf die Spur zu kommen bei einem unserer Fahrzeuge der Feuerwehr. Der Innenraum-Lautsprecher funktioniert nicht. Es dauert keine fünf Minuten und das Problem offenbart sich. Ein Kabel war offensichtlich in einem Stecker nicht richtig verpresst worden. Vereinfach gesagt: Die Fachfirma hat zu dünne Kabel für den Stecker bzw. für die verwendete Presszange benutzt. Das Kabel war rausgerutscht. Kein Kabel, kein Strom, kein Laut aus dem Sprecher. Funkfuzzi behebt das Problem in wenigen Minuten und es lautet wieder laut und klar. Wieder einmal wird bestätigt, dass Fachfirmen auch nicht mehr das sind, was sie mal waren. Ein Punkt, der an einem anderen Fahrzeug auch aufgetreten ist und noch der Behebung harrt. Dort hat eine andere Fachfirma zwei Lautsprecher so bescheiden angeklemmt, dass selbst der funktechnische Laie binnen zwei Minuten kapiert, dass an den Lautsprechern keine Leistung ankommen kann. Fachfirmen.

Achja. Mein Auge. Die Schwellung nimmt langsam ab und das Schleifpapier ist gegen eine 180er Körnung ausgetauscht.


Mittwoch

Um 07.00 Uhr klingelt das Handy. Der Mitarbeiter einer Firma ist dran, er braucht einen Schlüssel. Da beide Hauptamtlichen Urlaub haben, landet das wieder einmal bei mir.

Ehrenamtliche haben nur dann Urlaub, wenn sie das Land verlassen – oder besser: den Planeten.

Am Abend eine Besprechung, die einiges offenbart. Ich liebe Körpersprache und dass ich immer wieder als Letzter von Dingen erfahre, die mich betreffen. Das Leben ist spannend und hält jung.


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Donnerstag/Freitag

Urlaub ohne Wahnsinn – das soll es auch geben.


Samstag/Sonntag

Zwei Tage. Zwei Geburtstagsfeiern.

Das bleibt privat. 😎


Wie normal war deine Woche? Freue mich auf deinen Kommentar.

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 … und ein herzliches Danke fürs Teilen


 

Markus Ungerer
Markus Ungerer ist Autor, Vortragsredner, Instructor und Feuerwehrler. Er hilft anderen, entspannt zu überleben, wenn es heiß wird. Noch lieber allerdings hilft er zu verhindern, dass es zu heiß abgeht in Wohnung, Büro und wo auch immer du dich aufhältst. Lass nix anbrennen! und verbinde dich mit ihm auf Twitter und Facebook.

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