Was lernst oder lehrst eigentlich du?

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Was lernst oder lehrst eigentlich du?

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Das Wochenjournal der 16. Kalenderwoche 2018

Montag – Donnerstag

Die zweite Seminarwoche beginnt normal und alles läuft in dieser Woche einen ruhigen Gang.

Meine Mädels und Jungs der Feuerwehr arbeiten einige Einsätze untertags ab. Es war alles dabei, von „braucht’s das, das dafür die Feuerwehr alarmiert wird“ bis zu „Trauriges geschieht“.

Mal schauen, ob davon etwas Eingang findet in Überleben 4.0.

Das Buch zu diesem Vortrag scharrt schon eifrig mit den Füßen. 😉

Montag Abend während die Einsatzkräfte ihre praktischen Fähigkeiten trainierten, verschanzte ich mich im Büro #2, wo trotz der letztwöchentlichen Abendstunden noch genug abzuarbeiten ist. Den Großteil der Zeit verbrachte ich allerdings im dienstlichen Gespräch – derjenige und ich konnten aus verschiedenen Gründen zwei Wochen nicht bzw. nur eingeschränkt per E-Mail kommunizieren.

Selten, aber das gibt es auch – Dienstag bis Freitag geschah nichts außergewöhnliches. Fahren – Vortrag – Fahren – Büroarbeit #1 und #2 – Nachtruhe. Auch mal angenehm.

Eins war da noch:

Temperaturbedingt war es landauf landab die große Zeit der Eisdielen und der Eismänner. Für mich zwar noch nicht, da ich erst ab 30 Grad Celsius im Schatten kaltes in mich reinwerfe, aber die Wirkung der Klingel des fahrenden Eismannes auf Feuerwehrleute ist phänomenal. Ach, was sage ich, ich wusste schon drei Minuten vor dem Klingeln, ohne dass der Wagen zu sehen war, dass gleich der Eismann klingeln wird: Das Scharren der Füße meiner Teilnehmer war kaum zu überhören. 😂


Freitag

Inhalte ändern sich – Grundeinstellungen sind beständig

Geschafft 🙂

Zwei lange, anstrengende Seminarwochen liegen hinter mir – nein hinter uns. 10 Tage Vorträge, 10 Tage mit jeweils 11 bis 14 Stunden für mich.

10 Jahre sind es nun, die ich anderen Menschen helfen darf, ihre Ziele zu erreichen. Bis auf wenige Ausnahmen war es auch immer möglich.

Am Ende eines solchen Blockes ist es immer seltsam. Einerseits glücklich, erfolgreich gewesen zu sein, andererseits heißt es auch Abschied nehmen. Einige Teilnehmer werde ich wiedersehen in anderen Seminaren, einige werde ich zufällig privat wieder treffen, andere nie wieder. Lebenswege kreuzen sich, verlaufen manchmal ein Stück weit parallel, manchmal ist es nur die Kreuzung der Begegnung.

Für mich ist der letzte Seminartag immer auch eine Art Trigger: Zurück in der Schreibstube legt sich der Schalter um und eine Aufgabe wird ausgeschaltet. Für immer. Denn jedes neue Seminar, jeder neue Vortrag, jede neue Rede bringt neue Menschen, neue Herausforderungen.

Es sind nicht unbedingt die Inhalte, die herausfordern – ständig up-to-date zu sein, ist selbstverständlich und darf erwartet werden. Dies zu sein, ist meine Aufgabe, die meine Berufswahl mit sich bringt. Eigentlich jeder Beruf, oder?

Wenn es nicht die Inhalte sind, die ich als Herausfordung sehe, was ist es dann?

Es ist die Herausforderung, sich immer wieder auf neue, unbekannte und einzigartige Charaktere einzustellen. Bürde und freudige Erwartung zugleich.

Zu erkennen, wo die Stärken liegen und diese zu fördern. Zu erkennen, wo die Schwächen liegen und dabei zu helfen, aus diesen Grenzen das Beste herauszuholen.

Mut zu machen für den Erfolg und die Richtigkeit der Aufgabe und dessen, was getan wird. Aufzuzeigen, wie Ängste, Nachlässigkeiten in der Wortwahl, falsche oder keine Zielvorstellungen, und so manches mehr, das Besserwerden blockieren und letztlich Menschen in Not keine Hilfe sind. Nur, wer seine Stärken kennt, kann diese zum Wohl der Menschen einsetzen.

Und das alles, ohne dass die Teilnehmer dabei merken, dass ich eigentlich gar keine Inhalte vermittle, sondern versuche, ihre Denkstrukturen zu öffnen und ihnen selbständiges, verantwortungsvolles, sachkonzentriertes, zielorientiertes und menschenfokussiertes Handeln zu vermitteln.

Inhalte ändern sich – Grundeinstellungen sind beständig.

Und dann war da noch dies an diesem Freitag

Beim abendlichen Durchsehen der feuerwehrdienstlichen E-Mails sehe ich eine Anfrage, die sich auf diesen Artikel bezieht:

http://www.nordbayern.de/region/feuerwehreinsatz-entpuppt-sich-als-feuriger-heiratsantrag-1.5387599

Die Redakteurin einer Frauenzeitschrift recherchiert zu diesem Thema, um eine Reportage zu schreiben. Irgendwie ist es doch schön, dass eine Aktion, die vor mehr als zwei Jahren stattfand, die Befürworter wie Kritiker fand, jetzt noch Anklang findet. (Wenn bei dir die Frage auftaucht, ob die beiden denn noch verheiratet sind: Ja, sie sind es. Und Alex gehört natürlich auch noch zu unserer Mannschaft 🙂 )

Zum Ausklang des Abends noch am Newsletter für die Mitglieder des VS-Bayern geschrieben, gebastelt, gewerkelt. Auch dort wirft die DSGVO schon ihre Schatten hin und will beachtet werden.  Es könnte vieles so einfach sein, wenn es nicht diese Vollpfosten gäbe, die Schindluder mit unseren Daten treiben und nicht diese User, die für einen schnellen Lacher, Klick oder ein Spiel ihre persönlichen Daten diesen Schindludertreibern in den Rachen werfen würden. Aber ärgern bringt nix. Es war schon immer so: 9 von 10 halten die Spielregeln ein und wegen einem, der dies nicht tut, müssen alle anderen ein engeres Korsett tragen. 🤡

By the way: Ich halte die Spielregeln ein. Wäre schön, wenn du dich bei meinem Newsletter anmelden würdest. 😉


Samstag

Den sonnigen Samstag verbrachten wir als Umzugshelfer. Möbel abbauen und aufbauen, dazwischen raustragen, auf Hänger und Autos verteilen und wieder reintragen. Da die Anzahl der Helfer geringer war als gedacht, dauerte es länger als erwartet. Wir hatten trotzdem unseren Spaß. 🙂

Am Abend auf der Geburtstagsfeier zu müde, um wirklich lange aushalten zu können. Ist halt so.


Sonntag

Nach einem gemütlichen Sonntagvormittag telefoniere ich  gegen Mittag mit der Tochter eines Freundes. Schwierig, das Vermächtnis des Vaters fortzuführen und sich als branchenfremde Person nicht benachteiligen zu lassen.

Eine Stunde später nimmt mir die Leitstelle die Entscheidung ab, ob ich den Nachmittag auf der Südterrasse oder Ostterrasse verbringe.

Zusammen mit meinen Mädels und Jungs, der Polizei, der Bundespolizei und dem Notfallmanager verbringe ich ihn bei Bahndammbränden.

Am Spätnachmittag komme ich aus den Stiefeln – dankbar, mir keine Blasen gelaufen zu haben. Ich Depp habe vergessen, etwas Bestimmtes anzuziehen . …


Wie normal war deine Woche? Freue mich auf deinen Kommentar.

Hol dir die 10 Chancen zum Überleben 4.0!

 


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Markus Ungerer
Markus Ungerer ist Autor, Vortragsredner, Instructor und Feuerwehrler. Er hilft anderen, entspannt zu überleben, wenn es heiß wird. Noch lieber allerdings hilft er zu verhindern, dass es zu heiß abgeht in Wohnung, Büro und wo auch immer du dich aufhältst. Lass nix anbrennen! und verbinde dich mit ihm auf Twitter und Facebook.

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