Beachtest du Warnzeichen oder ist es egal, ob ein Warnschild Gefahr signalisiert?

Weiß deine linke Hand, was die rechte tut?
9. April 2018
Titelbild Tageswahnsinn
Was lernst oder lehrst eigentlich du?
23. April 2018

Beachtest du Warnzeichen oder ist es egal, ob ein Warnschild Gefahr signalisiert?

Titelbild Tageswahnsinn

Das Wochenjournal der 15. Kalenderwoche 2018

Montag

Erster Seminartag. Alles normal. Zusammen mit dem Abendtermin ein gewöhnlicher 14 Stunden Tag.

Den abendliche Termin, eine Schulung des Energieversorgers, beendeten wir mit Planungen.


Dienstag

Ich bin ja das Ungewöhnliche gewohnt. Aber dieser Anruf heute am späten Vormittag war echt wieder mal ein Highlight und führte dazu, dass ich aus 80 Kilometer Entfernung mit meiner Heimatleitstelle telefonierte und meinen Leuten etwas Arbeit verschaffte. Aus wenigen Fakten Rückschlüsse zu ziehen ist nicht einfach, aber am Ende der Überlegungen steht die Frage:

Kann ich sicher sein, dass nichts mehr passieren kann? Kann ich sicher sein, dass keinem Menschen Schaden droht, wenn du nichts unternimmst? Wenn du keine Chance hast, dir selbst vor Ort ein Bild zu machen und niemanden vor Ort hast, der sich ein Bild machen kann – dann musst du halt jemanden hinschicken, der sich ein Bild macht…

Der Abend in der Heimat lässt nicht viel Freiraum und läuft Punkt für Punkt ab:

Gott und die Leitstelle haben ein Einsehen und lassen mich störungsfrei durchschlafen und das bedeutet natürlich auch, dass zumindest aus Feuerwehrsicht niemand in meinem Revier ein ernsthaftes Problem hat.


Mittwoch

Alterserscheinung oder ein ernsthaftes Problem?

Wenn ich morgens auf Termine fahre, dann nehme ich mir „eigentlich“ einen Becher Kaffee mit. Immer. Es sind gewisse Rituale, die sich eingebürgert haben. Eines davon ist voll automatisiert:

Aus dem Hof fahren, vor bis zur Kreuzung, je nach Ziel links oder rechts abbiegen und dann auf der Geraden:

nach dem Kaffeebecher greifen.

Eigentlich.

Ich tue es auch heute. Doch meine Hand greift ins Leere.

Sollte ich mir Gedanken machen?

Gott sei Dank schaffe die etwas mehr als eine Stunde Fahrt auch ohne Koffein und komme sicher am Vortragsort an.

Ankommen, aussteigen, hinein gehen …  Kaffee holen! Uff.


Donnerstag

Zwei Dinge, die ich echt gern mag:

  • Von einem freundlichen Menschen geweckt werden.
  • Bürger, denen auch das nicht egal ist, was nicht ihr eigenes Problem ist.

Was ich nicht mag:

  • Vor dem ersten Kaffee arbeiten.
  • Menschen, denen irgendwie der Sinn für den Sinn von Warnzeichen verloren gegangen ist.

Der Disponent ist freundlich, doch es ist 04.50 Uhr!!! Ich bin freundlich, stehe auf, fahre los und bin am Zielort freundlich – obwohl ich noch keinen Kaffe habe! – und lasse mir das Problem erklären.  Doch dann brauche ich meine ganze gute Erziehung, meine Selbstbeherrschung und alles, was ich im Laufe der vergangenen einhundert Jahre über Konflicktvermeidung gelernt habe:

Die gemeldete Sache ist dem Ich-rufe-um-04.50-Uhr-die-Feuerwehr-Anrufer schon mehrmals aufgefallen – und zwar sonst immer morgens gegen 09.00 Uhr! Warum hat er da nicht angerufen? Bang-Head-Here.

An Tagen, die so beginnen, bleibt es meist nicht bei einer Sache. Und genau so ist es heute. Fast genau 14 Stunden nach dem morgendlichen Anruf klingelt mein Handy erneut, zum Glück bin ich noch nicht im Feierabendmodus, sondern in Büro #2, um Post und E-Mails zu sichten und zu bearbeiten.

In wenigen Minuten bin ich vor Ort. Tiefgarage. Die Warnanzeige „Vergiftungsgefahr“ ist aktiviert. Doch niemanden interessiert es. Die verantwortliche Person geht nicht ans Telefon. Erst als ein Bekannter dieses Verantwortlichen ihn anruft, dann geht er ran. In Zukunft wohl auch nicht mehr…

Also mal im Ernst: Wenn Vergiftungsgefahr angezeigt wird, dann sollten wir die Warnung ernst nehmen, oder? Der Verantwortliche sagt jedoch, dass die Warnung ignoriert werden kann.

Aha. Lesson learned: Sch… auf Warnanzeigen. Die haben nichts zu sagen, macht nichts.

Mal echt – eine Warnanzeige, die man ignorieren kann. Und wann erkenne ich dann, dass Vergiftungsgefahr besteht? Es gibt doch nur die eine Anzeige.

Das nenne ich lebensgefährlich. Entweder hat ein Warnsignal Bedeutung – oder es muss weg. So einfach ist das.

Wenigstens verlief das Telefonat mit meiner Agentur in der Kaffeepause am Nachmittag so wie es ablaufen soll: Binnen weniger Minuten sind die nächsten Schritte und die Aufgabenverteilung besprochen. Klasse, wenn die Zusammenarbeit flutscht.


Samstag

Der Plan war einfach: gemütliches Frühstück, einkaufen, danach Brandschutznachweis sichten, je nach Ergebnis kurze oder längere Stellungnahme schreiben,um anschließend den sonnigen Tag für Gartenarbeit zu nutzen.

Frühstück und Einkaufen klappte. Dann jedoch fand ich mich auf dem Weg zu einem größeren Brand auswärts zur Unterstützung. Rückkehr am Nachmittag und die Entscheidung, dass die Stellungnahme noch bis Sonntag warten kann. Insbesondere, weil die Gattin schon mit der Gartenarbeit begonnen hat.


Sonntag

Nach wecken per Telefon, Ausgabe eines Gerätes und Nahrungsaufnahme in Form von Rührei von freilaufenden Hühnern nutze ich Büro #1, die Schreibstube, um mich auf den Brandschutznachweis zu stürzen in der stillen Hoffnung, dass keine lange Stellungnahme notwendig wird. Meine Gebete wurden erhört und gegen 13 Uhr konnten wir uns auf den Weg Richtung „Kitzinger Frühling“ machen. Nach etwas Büroarbeit in Büro #2 in der Feuerwehr besuche ich natürlich zuerst den „Stand“ meiner Feuerwehr. Fettexplosion und Feuerlöschertraining für unsere Mitbürger. Danke für das Engagement. 🙂


Wie normal war deine Woche? Freue mich auf deinen Kommentar.

Hol dir die 10 Gebote zum Überleben4.0!

 


Wie hat Dir der Artikel gefallen? Danke für Deine Bewertung.

[ratings]

… und ein herzliches Danke fürs Teilen


 

Markus Ungerer
Markus Ungerer ist Autor, Vortragsredner, Instructor und Feuerwehrler. Er hilft anderen, entspannt zu überleben, wenn es heiß wird. Noch lieber allerdings hilft er zu verhindern, dass es zu heiß abgeht in Wohnung, Büro und wo auch immer du dich aufhältst. Lass nix anbrennen! und verbinde dich mit ihm auf Twitter und Facebook.

Es können keine Kommentare abgegeben werden.