Hast Du manchmal auch solche Tage?

GHS02 Symbol
Wie du das Geheimnis deines Deos erkennst
5. Januar 2018
Journalbuch mit Stift
Wie ich durch einen Empfang an einen neuen Job am Strand kam – fast
22. Januar 2018

Hast Du manchmal auch solche Tage?

Journalbuch mit Stift

Journalbuch mit Stift

Das erste 2018er Wochenjournal des Tageswahnsinns. Ein Versuch. Ich bin selbst gespannt. Wie so manches Ereignis dann im Nachhinein zu betrachten ist und über was wir gemeinsam den Kopf schütteln werden.

Es wird sicher nicht funktionieren, dir über jeden Tag zu berichten. Kommentare kannst und darfst und sollst du natürlich jeden Tag abgeben. Je mehr, desto besser 😉

Lassen wir die Spiele des Tageswahnsinns beginnen und starten wir mit dem Wochenjournal der Woche 2 in 2018:

8. Januar 2018

Aus traurigem Anlass habe ich vergangenes Jahr die Arbeit eines Kollegen für den Verband Deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller, Landesverband Bayern übernommen: den Newsletter für die Kolleginnen und Kollegen der schreibenden Zunft zu erstellen. Den Nachmittag beginne ich mit der ersten Sichtung der eingelaufenen Informationen und dem Basteln am Newsletter.

Jedes Mal schön, wenn die Informationen in einer sofort verarbeitbaren Form (copy & paste) hereinkommen. Und jedes Mal nicht überraschend wie viel Zeit es kostet, Inhalte in die verwendbare Form zu bringen. 20 Mal 6 Minuten sind auch zwei Stunden.

Am Spätnachmittag die Alarmierung zu einer BMA. Diesmal ein Falschalarm der besonderen Sorte. Kein Brand, aber trotzdem ein gedrückter Brandmelder. Traurig, zu sehen, wie manche Menschen in eine Lebenslage kommen, die kein Mensch bei seiner Geburt als Ziel auf seiner Lebenswegmarschkarte haben kann.

10. Januar 2018

Am Tag

Kurz vor fünf Uhr morgens ist die Nacht vorbei. Eine Türöffnung für die Kollegen vom Rettungsdienst nach einem Hausnotruf. Alles gut. Dafür macht man das. Tagsüber Büroarbeiten und durcharbeiten von Listen. Ermüdend. Eckige Augen bei allen Beteiligten.

Ein Hahn hat uns verlassen. Vermutlich wird er nicht realisieren, dass ihm durch die Ausbürgerung das Leben gerettet wurde. Hier war er nur einer von vielen. Jung und kam nie zum Zug. Die alten Hähne machten ihm schon klar, wem die Hennen gehören. Sein neues Zuhause wird ihm vorkommen wie im Hühnerhimmel angekommen. Als einziger Hahn unter lauter Hennen. Das wird er wohl sicher realisieren. Ich befürchte jedoch, wir werden von ihm keine Ansichtskarte bekommen.

Am Abend

Endlich dann doch Feierabend. Fast. Die Alarmierung, kaum nachdem die Beine auf der Couch liegen, klingt nicht gut. Verdacht auf Dachstuhlbrand. Zum Glück stellt es sich als Täuschung heraus. Rauch aus einem Kamin war witterungsbedingt gen Boden gedrückt worden. Für einen vorbeifahrenden Menschen musste es so aussehen, als würde der Rauch aus dem Dach kommen. Halten, aussteigen, klingeln. Die Bewohner öffneten nicht. 112.

Die nach der Erkundung wohl anspruchvollste Aufgabe war es dann, der meldenden Person zu erklären, dass sie alles richtig gemacht hatte. Lieber so herum, als dass sie einfach vorbei gefahren wäre und zehn Minuten später wären dann die Flammen aus dem Dach getanzt und die Bewohner womöglich im Rauch erstickt.

In der Nacht

Der Zeiger der Uhr näherte sich der Jetzt-aber-echt-ins-Bett-und-schlafen-Marke, ich war gerade erst wieder zu Hause angekommen, da ermuntert mich das zärtliche Piepsen des Funkmeldeempfängers, doch wieder in die Stiefel zu steigen. Gasgeruch. Am Einsatzort die erste zu meisternde Hürde: Der Anrufer konnte zwar deutsch, aber halt nicht so gut, sein Englisch war etwas besser. Wir bekamen es hin und ich erfuhr, was los war. Er hatte Gasgeruch aus der Therme im Badezimmer  wahrgenommen. Die erste Orientierungsmessung verlief jedoch negativ – und das ist postiv: keine Explosionsgefahr. Warten ist ja bekanntermaßen die Haupttätigkeit im echten Leben. Und so wartete ich auf den Notdienst des Energieversorgers. Eine halbe Stunde nach dessen Eintreffen konnte auch ich in das bereits leere Gerätehaus zurück fahren, um meinen Bericht fertigzustellen. Müssen sich ja nicht alle die Nacht um die Ohren schlagen. Beim letzten Blick auf die Uhr, zu Hause, im Bett, bevor die Augen zufallen, näherte sich der Stundenzeiger bereits bedrohlich der Ziffer 1.

11. Januar 2018

Yeah. Durchgeschlafen. Gott und ILSe hatten ein Einsehen. Angenehm und trotzdem – Frühaufsteher war ich noch nie und ich gönne dem Vogel den Wurm. Aber was solls, pünktlich auf Arbeit muss ja jeder sein. Ein Gespräch heute brachte zu Tage, dass es immer wieder faszinierend ist, wenn Person A von Person B denkt, B wäre sauer auf A. Und das nur weil Person C mittels Person D der Person A mitteilen lässt, dass B sauer auf A wäre.

Klingt kompliziert? Ist es auch. So entstehen Kriege. A und B entfachten heute keinen Krieg, sondern trennten sich in Einigkeit. Und verständigten sich darauf, dass man in Zukunft weder auf C noch auf D oder sonst jemanden hören wird, sondern zum Telefon greift.

12. Januar 2018

Ein kleiner Empfang (dem heuer sicher noch einige folgen werden). Ein Gruppe steht um einen Stehtisch herum. Ich geselle mich dazu und hebe, höflich, wie ich manchmal sein kann, mein Glas, um mit den Personen anzustoßen. Natürlich stehen da auch Menschen, mit denen ich nicht immer einer sachlichen Meinung war (und sicher auch in Zukunft nicht sein werde, da jeder ganz einfach andere Prioritäten aus seinem Arbeitsumfeld heraus haben muss). Denn jeder weiß, dass berufliche Notwendigkeiten nichts mit dem menschlichen Verhalten miteinander zu tun haben sollen. Trennen zwischen Mensch und Profession. Aber der gegenseitige respektvolle Umgang als Menschen, die wir nunmal sind, darf darunter nicht leiden.

Soweit so gut. Der erste stößt mit mir an, der nächste, usw.

Naja fast. Einer war dabei, der ignorierte mein Angebot, blickte zur Seite. Dem neben dem Ignorierenden stehenden Mann konnte ich ansehen, wie er beinahe vor unterdrücktem  Lachen in den Tisch gebissen hätte. Das Angebot, mit einem Sektglas anzustoßen, und sich evtl. noch gegenseitig ein gutes 2018 zu wünschen, abzulehnen – sagt wohl viel über eine Person aus, oder?

14. Januar 2018

Gerade mit dem Essen fertig.  Alarmierung. BMA. Voller Bauch macht definitiv friedlicher als hungriger. Ein Falschalarm, der nicht zum ersten Mal dort auftritt. Die Ursache rätselhaft. Der Betreiber not amused. Also wegen seiner Anlage.

Sinngemäß lässt er mich wissen, dass er mich nicht mehr sehen kann und will.

Ich frage ihn, ob er mich nicht mehr leiden könne.

Er verneinte glaubhaft und konnte auch a bisserl grinsen. Ihn wurmte, dass meine Einsatzkräfte Sonntagmittag wieder wegen nichts raus mussten. Wir vereinbarten, dass wir der seltsamen Auslösung der BMA gemeinsam auf Grund gehen werden. Ich habe da so einen Verdacht.

Rückfahrt.  Bericht fertig stellen. Ein Blick auf die Uhr. Zügig nach Hause, um von Schutzanzug über dem Sonntag-Mittag-Räuberzivil zur Uniform zu wechseln.

Zwanzig Minuten später der Empfang. Das Übliche, gefolgt von Gesprächen.  Interessant.  Und interessanterweise kommen wir auf eine Frage:

Nenne mir einen Politiker, von dem du klar sagen kannst, für was er steht.  Der für die Demokratie polarisiert; Der nicht auf Wählerstimmen schielt, dafür das, um was es geht, im Fokus behält.

Und gerade dadurch Wähler gewinnen würde.

Es fiel uns keiner ein.

Politiker müssen dem Bürger die Sicherheit geben, dass sie für das, was sie sagen, auch stehen. Dann kann der Bürger dafür oder dagegen sein. Doch geben die demokratischen Volksvertreter diese Sicherheit?

Hab eine schöne Woche und lass nix anbrennen!


Wie hat Dir der Artikel gefallen? Danke für Deine Bewertung.

[ratings]


 

Markus Ungerer
Markus Ungerer ist Autor, Vortragsredner, Instructor und Feuerwehrler. Er hilft anderen, entspannt zu überleben, wenn es heiß wird. Noch lieber allerdings hilft er zu verhindern, dass es zu heiß abgeht in Wohnung, Büro und wo auch immer du dich aufhältst. Lass nix anbrennen! und verbinde dich mit ihm auf Twitter und Facebook.

1 Kommentar

  1. RT @markusungerer: Wochenjournal – Kalenderwoche 2/2018 Das 2018er Journal des #Tageswahnsinns. Ein Versuch, euch teilhaben zu lassen. An d…