10 Tipps, damit deine Bude nicht wegen einer Lithium-Batterie abfackelt

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10 Tipps, damit deine Bude nicht wegen einer Lithium-Batterie abfackelt

explodierte Knopfzellen

explodierte Knopfzellen

Scotty, Energie!

Das Raumschiff Enterprise ohne Energie – und Scotty – ist undenkbar. Ob Scotty allerdings Lithium-Batterien verwendet, entzieht sich meiner Kenntnis, denn der Energiebedarf der Enterprise ist aus unserer Sicht wohl unermesslich hoch und ob dafür Lithium-Batterien ausreichen werden, weiß ich nicht.

Der Energiebedarf in unserer Zeit ist noch nicht ganz so hoch, hat jedoch schon Werte erreicht, die es notwendig machen, Energiespeicher zu verwenden, die auf kleinem Raum und bei geringem Gewicht eine sehr hohe Energiedichte aufweisen.

Und das beginnt nicht erst bei den Batterien für elektrisch angetriebene Autos, auch nicht bei den Laptops und Mobiltelefonen. Es beginnt bereits bei diesen süßen kleinen Knopfzellen, die ihr am Handgelenk tragt, die in euren Computern verbaut sind oder mit denen das neue Weihnachtsgadget mit Strom versorgt wird.

Heutzutage werden für die Energiespeicher (Batterien und Akkus) Lithium-Batterien verwendet. Diese weisen gegenüber den früher verwendeten Batterien eine viel höhere Energiedichte auf. Nur so können energiehungrige Geräte überhaupt betrieben werden oder so lange Verwendungszeiten ermöglicht werden, dass wir zum Beispiel Rauchwarnmelder bauen können, deren Batterie 10 Jahre hält. (Ich warte übrigens auf den Communicator mit der 10-Jahres-Batterie, Mister Montgomery Christopher Jorgensen Scott, Sir! 😉 )

Doch die schöne neue Energiewelt hat auch ihre Nachteile. Wenn es ganz dumm kommt, dann fackeln wir aus Unwissenheit unsere eigene Bude ab.  Heute erfuhr ich wieder einmal davon, dass Lithium-Batterien, Knopfzellen, ein Problem verursachten. Klunkerfisch berichtete auf ihrer Facebook-Seite darüber, dass es unter ihrer Werkbank plötzlich einen Knall gab. Die Ursache dafür siehst du auf diesem Bild (lieben Dank, Steffi, dass du deine Erfahrung mit uns teilst):

explodierte Lithium-Batterie

Glücklicherweise kam es nicht zu einem Folgebrand, wie ich es schon in der Vergangenheit erleben musste. Damals waren es „leere“ Knopfzellen, die den Brand verursachten.

Damit dir das nicht passiert, hier 10 Fakten, die du wissen solltest, damit dir deine Lithium-Batterien nicht um die Ohren fliegen und vielleicht sogar  deine Bude abfackeln:

  1. Sie haben eine höhere Energiedichte als herkömmliche Batterien und sind „leer“ nicht „energielos“
  2. Die Trennschicht der Pole innerhalb der Batterie ist hauchdünn und empfindlich.
  3. Sie vertragen keine mechanische Belastungen, vor allem keine Knickbeanspruchung.
  4. Sie vertragen keine äußere Erwärmung und keine innere Erwärmung (durch Überladung oder beschädigte Trennschicht oder Produktionsfehler)
  5. Die inneren Komponenten sind teilweise brennbar, blähen bei Überhitzung die Batterie auf und zerreißen sie.

Das kannst du tun:

  1. Setze sie nie starker Sonneneinstrahlung oder anderer Wärmequellen aus.
  2. Lade Akkus möglichst nicht unbeaufsichtigt und verwende nur das dazugehörige Ladegerät.
  3. Setze sie keinen starken mechanischen Belastungen wie Sturz, Schlag oder knicken aus.
  4. Lagere neue Batterien/Akkus nur in ihrer unbeschädigten Originalverpackung.
  5. Klebe die Pole von „leeren“ Lithium-Batterien ab, um einen Kurzschluss bei Kontakt mit anderen „leeren“ Batterien zu verhindern. Hier ein Beispiel:

abgeklebte Knopzellen

Ergänzung 2018:

  • Kaufe Lithium-Zellen und Ladegeräte nie aus zweifelhaften Quellen. Ambesten ist es, nur das Originalladegerät zum Akkublock zu verwenden.
  • Lies die Bedienungsanleitung und halte dich an die Herstellervorgaben!
  • Lade Lithium-Zellen nur in Räumen, die mit einem Rauchmelder überwacht sind.

Lithium-Batterien sind ein vergleichsweise sicherer Energieträger mit hoher Energiedichte. Allerdings kann es durch technische Defekte, unsachgemäße Nutzung oder Produktionsfehlern dazu kommen, dass eine sehr schnelle Entladung stattindet (z.B. durch inneren oder äußeren Kurzschluss). Dadurch erwärmt sich die Batterie aussergewöhnlich stark. Dies führt zum Aufblähen bis hin zum Zerreißen der Batterie. Die dabei freigesetzten brennbaren Bestandteile können zünden und einen Folgebrand auslösen.

Technische Defekte und Produktionsfehler: Es gibt keine 100 % fehlerfreie Produktion. Bei nur einem Fehler auf eine Million produzierte Bauteile kommen bei zwei Millionen produzierten Batterien „nur“ zwei fehlerhafte Batterien in den Handel. Die drei größten Batterieproduzenten brachten 2008 ca. 1,7 Milliarden Lithium-Batterien in den Handel*. Selbst bei der angenommenen sehr geringen Fehlerquote von 1 : 1.000.000 wären somit bereits 1.700 fehlerhafte Batterien in den Handel gekommen. Auch eine sehr geringe Fehlerquote führt somit bei massenhafter Produktion zum Ansteigen der Folgen aus diesen Fehlern.

Unsachgemäße Nutzung: Meiner Erfahrung nach dürften dies die häufigsten Gründe für Explosionen von Batterien und Folgebrände sein: Falsche Ladegeräte, fehlende Wärmeabfuhr beim Laden (Akkus werden dabei warm, nicht wahr?), knicken, herunterfallen und nicht zuletzt die falsche Zwischenlagerung von scheinbar leeren Batterien in einem Sammelkasten ohne abgeklebte Pole.

Geh also sorgsam mit deinen Energieträgern um, damit du nicht sagen musst:

Scotty, ich habe ein Problem!

Lass nix anbrennen!

*: Quelle der Zahlen: „statista – Das Statistik-Portal

Nachtrag 2018: Hier noch ein Filmchen vom Institut für Schdenverhütung:

 
Markus Ungerer
Markus Ungerer ist Autor, Vortragsredner, Instructor und Feuerwehrler. Er hilft anderen, entspannt zu überleben, wenn es heiß wird. Noch lieber allerdings hilft er zu verhindern, dass es zu heiß abgeht in Wohnung, Büro und wo auch immer du dich aufhältst. Lass nix anbrennen! und verbinde dich mit ihm auf Twitter und Facebook.

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